Samstag, 24. Februar 2018

Voll Porno?!

Das Wort Pornografie kommt aus dem griechischen und setzt sich aus „porn“ und „grafie“ zusammen, was soviel bedeutet wie: die Darstellung des Ungesetzlichen.
Wow, was für ein tolles Thema für einen Blogeintrag... über Pornos reden wir eigentlich nicht, oder? Schon gar nicht in der Kirche und dann noch umso weniger als Frauen!
Aber was Pornografie ist muss ich nicht wirklich erklären. Es weiß wohl jeder, um was es geht.

Ganz ehrlich: ich habe ein Problem mit Pornos!
Ich hatte das Problem: immer wenn ich einsam war, kam der Drang danach Pornos zu schauen. Etwas, worüber ich vor der DTS niemals geredet hätte! Denn: das Problem habe ja nur ich, als Christ schaut man keine Pornos und erst recht nicht als Frau und es ist furchtbar peinlich.
Dachte ich.
Im Austausch mit anderen jungen Frauen hier habe ich festgestellt, dass Mädchen und Frauen sehr wohl auch Probleme mit Selbstbefriedigung und Pornografie haben, das ist kein reines Männerproblem. Allerdings, so kommt es mir vor, ist das Thema noch schambesetzter als bei den Männern.
Auch ist es für Frauen wohl ein Problem auf einer anderen Ebene, denn für mich war ein Porno nicht einfach nur eine körperliche Erleichterung, sondern etwas, das ein seelisches Defizit (Einsamkeit) ausgleichen sollte.
Und diesen Trost will ich immer und ausschließlich bei meinem Mann und bei Jesus suchen.

Die gute Nachricht ist: niemand muss Pornos schauen. Freiheit davon ist möglich und nötig. Die ersten Schritte dazu sind:
-       Transparenz und jemanden haben, der regelmäßig nachfragt.
-       Auslöser herausfinden (in welchen Situationen kommt es vor, dass ich Pornos schaue?) und am besten vermeiden, wenn es irgendwie geht oder bewusst in diese Situationen hineingehen
-       Gott um Hilfe bitten und den Verführer in die Schranken weisen: wir dürfen im Licht leben!

Ich schaue keine Pornos mehr.
Aber ein Problem habe ich immer noch mit Pornos:
Sie widern mich an.
Pornografie ist einfach gegen jegliche Frauen- und Menschenwürde. Ich verstehe gar nicht, wie so etwas legal sein kann! Was ist denn unser Grundgesetz?! Die Würde des Menschen ist unantastbar? Gilt das auch für die Rotlichtszene?
Selbst wenn du nicht nachvollziehen kannst, warum ich Pornografie ablehne, ist eines nicht zu verleugnen: Sexsklaverei boomt in Deutschland und das Vergnügen einiger weniger geht auf die Kosten und die Würde von Frauen, viele davon aus osteuropäischen Ländern. Sie werden ausgetrickst, ausgenutzt, vertröstet, nicht ausbezahlt, festgehalten, illegal ins Land gebracht, missbraucht und vieles mehr, an das ich gar nicht denken möchte.

Ein weiterer Aspekt: Pornos wecken falsche Erwartungen und geben ein falsches Bild von Sex. Sex ist etwas wunderbares, die beste Erfindung von Gott, wie zwei Menschen aneinander gebunden werden. Sex besiegelt einen Bund zwischen zwei Menschen. Zwei. Für immer. Pornos sind anonym und ohne jegliche Verpflichtungen. Doch so war Sex von Gott nie gedacht. Die Bibel trennt Ehe und Sex nicht voneinander.

Durch das Schauen von Pornos werden diese Branche und die Sexsklaverei unterstützt, Ehen zerstört, Einsamkeit und Scham gefördert. Etwas so Schönes und Reines wird falsch dargestellt und beschmutzt.

- vergeben - versöhnt - rein -
Und da mache ich nicht mehr mit. Und deshalb schreibe ich darüber. Ich möchte dir sagen: du bist nicht allein. Es ist okay. Fehler passieren. Ausrutscher und Rückfälle passieren. Aber lass dich nicht von deiner Scham definieren. Jesus ist auch dafür gestorben. Er vergibt dir.
Du darfst dir auch vergeben.
Vergebung ist stark. Mein Mann hat mir vergeben. Und nun sind wir gemeinsam stärker und verbundener als vorher.

Was im Dunkeln bleibt, ist ein Fest für Satan. Er möchte, dass es im Dunkeln bleibt und setzt alles daran, dass du nicht in die Freiheit kommst. Was auch immer du ans Licht bringst: die Wahrheit wird dich frei machen. (Johannes 8,32)

love,

anni

Hilfe gibt es unter anderem hier:

Sonntag, 18. Februar 2018

Die Kraft des Teilens

 [Discipleship Training School Woche 1 – Life Stories]

Vor ziemlich genau einem Monat sind wir bei Marine Reach angekommen und haben rund 100 neue Leute kennen gelernt. Wir leben auf engem Raum miteinander und verbringen 5 Monate Zeit zusammen. Bereits in der ersten Woche haben wir uns sehr sehr gut kennengelernt. Denn wir haben uns unsere „Lifestories“ erzählt. Eine Woche lang hatten wir Zeit, einer nach dem anderen, zu teilen, was einen im Leben besonders geprägt hat. Und das können natürlich schöne Erlebnisse sein, aber vor allem sind es die traumatischen Erfahrungen in der Kindheit, die uns prägen und die Verletzung ins Leben bringen. Eigentlich genau das, was man verstecken und NICHT teilen will, wenn man neue Leute kennen lernt. 
Von Pornografiesucht, Selbstbefriedigung, Vergewaltigung, Tod eines Elternteils, Unfällen und ganz viel Scham war fast alles dabei. Nicht gerade das, was man teilt, wenn man neue Leute kennenlernt und einen guten Eindruck machen will, oder?

Eins weiß ich sicher: Jesus sagt, die Wahrheit wird uns freimachen. Jesus ist die Wahrheit, der Weg und das Leben. Die Wahrheit macht uns frei, sie bringt uns zum Vater, in Gemeinschaft.
Was versuche ich zu verstecken? Gott weiß es sowieso und für die Gemeinschaft mit Familie, Freunden, Kirche, ... sind Geheimnisse nicht förderlich.

Ich will Satan nicht mehr glauben, wenn er versucht mich mit der Lüge „Du bist die einzige, die mit so etwas Schmutzigem/Gemeinem/... ein Problem hat! Schäm dich! Das darfst du niemandem erzählen! Alle werden dich hassen/auslachen/sich ekeln/...“ zum schweigen zu bringen.
Ganz im Gegenteil: Offenheit fördert Gemeinschaft und Zusammenhalt. Noch nie haben wir so schnell so viele neue Freunde lieb gewonnen. 

Ich habe einmal gelesen, dass die Psychiatrische Behandlung einen starken Zulauf hat, seit dem die Beichte in der Kirche nicht mehr so verbreitet ist. Die Wahrheit macht uns frei und ich glaube auch: gesund und froh. Wenn wir versuchen, alleine klar zu kommen und uns zu verstecken, werden wir nicht nur einsam, sondern vielleicht sogar auch krank.

Versteck dich nicht länger. Sei du. Bring vor Gott, was du bereinigen musst und komm ins Licht. J
love,
anni


Samstag, 10. Februar 2018

YWAM Life

Nun sind wir schon einen Monat hier in Tauranga bei Marine Reach, einem Trainingscenter von Jugend mit einer Mission, Youth With a Mission (=YWAM).

Wasserfall in unserem "Garten"
Und genau so lange habe ich mich auch schon nicht mehr gemeldet. Wir haben die ersten Wochen sehr gebraucht, um uns einzufinden, Freundschaften zu knüpfen, Tagebücher zu schreiben, Vorlesungsnotizen durchzugehen, etc.
Unsere Tage sind voll und unsere Herzen noch voller.
Ich gebe euch gern einen kleinen Einblick in unser Leben hier in der DTS (Discipleship Training School, Jüngerschaftsschule), denn es ist einfach nur genial und ich kann dir eine DTS sehr ans Herz legen, in jeder Lebenslage :)

Wir starten relativ früh in den Tag, Frühstück gibt es bis 7:15. Mein Ziel ist es, vor dem Frühstück entweder Sport zu machen oder Bibel zu lesen, aber bis jetzt hat das noch nicht sehr oft geklappt, ich bin froh, wenn ich es schaffe zu duschen ;)
Nach dem Frühstück ist eine Viertelstunde Zeit für den "Morningblitz", 15 Minuten in denen alle Studenten kurz etwas im Haushalt erledigen, in meinem Fall saugen und Tobias leert die Mülleimer.
Danach ist eine halbe Stunde "intimacy with God" fest eingeplant.
Um 8.30 haben wir für eine Stunde entweder Fürbitte oder Lobpreis, und Montags haben wir Whanau Time. Whanau ist das Maori Wort für Familie. Alle kommen zusammen, es gibt Gebäck, Kaffee & Tee und wir tauschen uns aus über aktuelle Geschehnisse in der YWAM Welt und genießen einfach die Zeit zusammen.
Am Vormittag haben wir dann teachings, jede Woche von einem anderen Lehrer aus aller Welt.
Lobpreis!
Nach dem Mittagessen gibt es drei Optionen: Streamtime, Ministry Placement oder Freizeit. Letzteres erklärt sich von selbst :) Streamtime verbringen wir in unserem Outreach Team in dem Stream, den wir gewählt haben, wo ein Schwerpunkt vertieft wird. An unserer Schule gibt es die Streams Wild Heart, Medical Compassion, Cover to Cover, Prayer & Passion und Go Pacific. Wir sind im Stream Go Pacific, zusammen mit 3 weiteren Studenten und 3 Leitern.
Bei Go Pacific geht es darum, die Kultur des Pazifiks besser kennen zu lernen, bevor man dort dient, aber auch tiefer in Gottes Wort und Liebe einzutauchen.
Den Ort für unseren Outreach haben wir letzte Woche erfahren: die Cook Inseln im Südpazifik! Das solltest du googeln, die Bilder sind umwerfend und wir sind sehr gespannt :)
Wochenendfrühstück
Streamtime haben wir einmal in der Woche, an den anderen Tagen habe ich Ministry Placement, was ein nettes Wort für Arbeiten rund um die Base ist. Ich putze eins der 3 Häuser der Anlage, immer zusammen mit einer weiteren Person.
Nach dem Abendessen haben wir grundsätzlich Freizeit, bis auf einmal in der Woche, wo wir Lobpreiszeit haben, aber manchmal gibt es zusätzliche Angebote wie der Mädelsabend mit OpenAirMovie letzte Woche.
So sind unsere Tage gut gefüllt und wir genießen die Gemeinschaft und das Lernen.

den Abend genießen
Wir lernen Gott momentan auf einer ganz neuen Ebene kennen. Nicht nur durch die Lectures, auch durch das Zusammenleben mit 100 anderen Menschen von allen Kontinenten, die täglichen Aufgaben und die persönliche Zeit mit Gott.
Wir lernen unseren Gott ganz neu kennen - den Gott, der uns geschaffen hat, der sich nicht nur das wunderschöne Neuseeland, sondern auch das ganze Universum ausgedacht hat - und der mit uns kommunizieren möchte. Den liebenden Vater. Den Sohn. Den Heiligen Geist.
Wir haben vorletzte Woche sogar über die Liebessprachen Gottes gesprochen - darüber habe ich mir davor noch nie Gedanken gemacht.

Uns geht es sehr sehr gut. Wir genießen zu sein, mit Gott und mit tollen Menschen um uns herum, und besonders auch zu zweit.
Sonnenuntergang - wow

Love from NZ,
anni
unser Traum"garten"