Dienstag, 3. Oktober 2017

Vereint.

Heute ist ein besonderer Tag für uns. Tobias letzter Arbeitstag, bevor wir die Reise nach Indonesien zum Muskathlon antreten.
Ich habe heute ein bisschen länger geschlafen, als sonst. Tobias ist schon lange bei der Arbeit, als ich aufstehe. Ein kurzer Blick in mein Handy und mir wird klar, dass heute nicht nur für uns ein besonderer Tag ist. Sondern für ganz Deutschland. Heute ist Tag der deutschen Einheit.
Ein Feiertag in Deutschland. Aber niemand, den ich kenne, feiert diesen Tag. Außer meine Schulfreundin Anna, die heute Geburtstag hat. Happy Birthday, Anna. Und Happy Birthday, Deutschland! Ihr seid ja fast gleich alt. Deutschland ist zwei Jahre älter als Anna und ich. Wir kennen nur ein vereintes Deutschland.
Und obwohl jeder Schüler über die Einheit (aber eigentlich viel mehr über die Trennung) Deutschlands lernt, sollten wir eigentlich Bescheid wissen. Aber tun wir das?
Zumindest nicht emotional. Als ich heute morgen das Video der Bundesregierung auf Facebook sah, kamen mir die Tränen. Ich weiß nur aus Erzählungen, wie es ist, in diesem getrennten Deutschland zu leben. Ich weiß nur so ungefähr, was meine Eltern fühlten und dachten, als die Mauer fiel. Ich weiß nur so ungefähr, was es für meine Großeltern bedeutete. Ich kann nur erahnen, welche Freude und welche Liebe in der Luft gelegen haben mussten!
Und doch ist es so natürlich. Vereint zu sein ist doch viel schöner, als getrennt. Zu zweit ist es besser, als allein. Gott hat uns für Gemeinschaft und für Vereinigung gemacht. Für Zusammenhalt und für gemeinsame Projekte und Leidenschaften.
Gott hat uns dafür gemacht, Gemeinschaft zu haben. Trennungen widersprechen doch zutiefst dem, was wir eigentlich tief in uns wollen. Ist eine Trennung nicht belegt mit Urängsten? Die Trennung von der Mutter, von den Eltern, die Trennung der Eltern, später die Trennung vom Partner oder den eigenen Kindern? Selbst als Erwachsene haben wir Angst, unsere Eltern zu verlieren. Wir leben mit dieser Urangst, weil Gott uns für Gemeinschaft gemacht hat! Wir sind nicht dazu gemacht, allein zu sein. Gott sagt: "Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist."
Gleichzeitig tragen wir ein Bedürfnis nach Freiheit in uns. Auch diese Freiheit will Gott uns schenken. Und wir dürfen in Freiheit leben, in unserem Land.

"Wir wollen in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt dienen", wurde vor 27 Jahren über Deutschland gesagt. Tun wir das auch heute! Lassen wir Deutschland "im Glanze seines Glückes blühen", in ALL SEINER VIELFALT. Lassen wir uns bereichern, von wunderbaren Menschen, die auch in Deutschland wohnen möchten. Die Freiheit erleben möchten und Gemeinschaft. Ist ein Garten nicht viel schöner, wenn viele verschiedene bunte Blumen blühen?

Ich weiß es nicht, aber vielleicht weißt du noch, wie es ist, in einem Land zu leben, das dich durch eine Grenze von deinen Lieben trennt.
Vielleicht weißt du noch, wie es ist, in einem Land zu leben, das kontrolliert wird und in dem du Mangel leidest.
Vielleicht weißt du noch, wie es ist, in einem Land zu leben, in dem du Angst hast und deine Meinung nicht äußern darfst.

Ich sehe keine Grenzen. Nur Schönheit. 
Ich weiß es nicht. Und ich will es mir auch nicht vorstellen. Und ich wünsche es niemandem, in solch einem Land zu leben.
Aber wie kann man in 27 Jahren vergessen, wie schön es ist, vereint zu sein und plötzlich anderen verwehren zu wollen, dazuzugehören? Spüren wir noch etwas davon, dass Deutschland dem Frieden der Welt dienen möchte? Welchen Beitrag trage ich dazu bei?
Und warum feiern wir diesen Feiertag nicht? Eine Einheit ist etwas wunderbares. Und ich werde sie heute feiern.

Love,
Anni

Dienstag, 5. September 2017

Ein Brief an Mich mit Kinderwunsch

Ein kurzes Wort vorweg. Dieser Brief ist an mich gerichtet. Vielleicht kann er dir in einer schwierigen Zeit auch helfen, das würde mich freuen :)
Der Anlass ist unser heutiger 5. Hochzeitstag (standesamtlich). Wir werden am Samstag unsere 5-Jährige Ehe feiern, unsere Holzhochzeit. Ich habe aber auch gelesen, dass der 5. Hochzeitstag unterschiedliche Namen hat. Wenn ein Paar schon Kinder hat, dann ist es die Holzhochzeit, hat das Paar noch keine Kinder, so wird der 5. Hochzeitstag auch Ochsen- oder Gummihochzeit genannt... Finde ich persönlich lustig, aber auch idiotisch. Nicht jedes Paar ist nach 5 Jahren gewollt noch kinderlos. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, mit der Familienplanung noch zu warten und sind beide glücklich so. Aber nach 5 Jahren regen sich dann doch auch neue Gefühle. Und bevor ich einen unstillbaren Kinderwunsch habe, von dem ich schon oft gelesen habe und der für eine Ehe sogar zu einer Belastung werden kann, habe ich mich entschieden, diesen Brief zu schreiben, aus Gottes Perspektive an mich. Ich weiß nicht, ob er mir helfen wird, ob ich wirklich so fühlen würde. Aber es schien mir richtig, ihn so zu schreiben. Ich freue mich auch über Feedback von Frauen mit Kinderwunsch :) 

Love,
Anni


Liebe Annika,

Nie hättest du gedacht, dass du jemanden so vermissen kannst, den du noch gar nicht kennst, den es noch nicht einmal gibt auf unserer Welt. Aber in deinem Herzen, in deinen Gedanken, da gibt es ihn schon: ein kleines Menschlein, nach dem du dich sehnst. Nicht nur ein Kind, sondern dein Kind. Dein und Tobias Kind. Die perfekte Mischung aus deinem Liebsten und dir. Ein Wunder, ein Geschenk von mir, das eine neue, ungekannte Freude in eure Leben bringen wird. Voller Sehnsucht wartest du darauf, dass ich euer Kind zu euch schicke.
Das ist okay. Deine Gefühle sind okay. Du bist okay! Dieser Wunsch wurde von mir tief in dir verankert. Eine Mama zu sein wird dich an deine Grenzen bringen, dorthin, wo du auf meine Liebe, Gnade und Stärke angewiesen bist. Es wird dir gefallen. Du wirst mich noch besser kennenlernen. Du wirst mein Vaterherz besser verstehen können. Ich wünsche mir, dass du dieses Glück erleben darfst, dass du eine Mama sein kannst. Jedes Kind ist ein Geschenk von mir. Ich schaffe und liebe jedes Kind. Auch dein Kind.

Du bist auch mein Kind, meine Prinzessin, Annika! Und ich weiß, wann ich dich beschenken will. Ich kenne deine Sehnsucht - nach Tritten in deinem Bauch, nach einem Babylächeln, nach dem ersten "Mama". Du sehnst dich nach Familienglück, nach einer Bestimmung.
Aber mein geliebtes Kind, ich sage dir: ein Kind füllt deine Arme und dein Herz, aber nur ich erfülle dich ganz und dauerhaft. Kein Mensch ist dafür verantwortlich, dass es dir gut geht. Hol dir was du brauchst und wünschst bei mir. Tanke auf in meiner Liebe und Geborgenheit.
Liebe mich und liebe deinen Mann. Vernachlässige ihn nicht, beschuldige ihn nicht, dränge ihn nicht. Ihr seid im selben Boot, auf einer Seite. Ihr kämpft im gleichen Team. Er ist da! Vergiss ihn und seine Liebe für dich nicht über den Wunsch nach einem Menschen, auf den du noch wartest.

Ruhe in mir. Ich schenke dir Frieden und Hoffnung. Ich habe gute Pläne für dich und deine Familie. Ich kenne und sehe alle Dinge, die um dich herum passieren.
Ich sehe deine wehmütigen Blicke, die jede Schwangere verfolgen; deine Tagträume, während du durch die Babyabteilung schlenderst; deine Gedanken, wenn du ein Baby weinen hörst und es niemand tröstet.
Und ich fühle mit dir.
Keiner versteht dich besser als ich, denn auch ich sehne mich nach meinen Kindern.

Die Liebe ist geduldig. Die Liebe ist nicht eifersüchtig, sondern freut sich für andere. Die Liebe hört niemals auf.

Ich sehe die Liebe, die du in dir trägst und verschenken möchtest. Es ist gut so. Ich habe dich so gemacht. Mit einem liebevollen Mutterherz. Und du wirst eine Mutter sein. Hab Geduld und lebe, mein Kind. Im Jetzt. Alles hat seine Zeit. Gib mir deinen Schmerz.

Ich liebe dich.
Dein Vater, der allmächtige Gott

Freitag, 1. September 2017

CousinCousinenTage

Es sind Sommerferien in Baden-Württemberg.
Meine Schwester und ich haben einen Cousin und eine Cousine, die wir nur selten sehen und die erst 11 und 13 Jahre alt sind. Als wir noch jünger waren und sie Kleinkinder haben wir uns öfter gesehen, ich habe beide bereits als Säuglinge auf dem Arm gehabt und lieben gelernt :) Aber mittlerweile haben wir wenig Kontakt und wenig Bezug zueinander.

Darum haben wir beschlossen, die beiden ein paar Tage einzuladen um sie besser kennen zu lernen und eine gute Zeit mit ihnen zu verbringen!

Und was für eine gute Zeit wir hatten!
Am Nachmittag, als sie ankamen, gab es Eis und Pizza und abends eine Filmnacht. Davor haben wir gemeinsam T-Shirts bemalt. Ich war mir so unsicher, ob sie das gut finden würden, aber vor allem meine Cousine ist richtig darin aufgegangen, hat betont, wie gut es ihr gefällt und wollte es gar nicht mehr ausziehen. Sie war so stolz auf ihr selbst designtes Regenbogen-Forellen-T-Shirt. Damit haben die beiden sich über 1.5h beschäftigt!

Am nächsten Tag sind wir nach Gutach zur Sommerrodelbahn gefahren. Die kann ich nur empfehlen! Eine tolle Abfahrt und viel Spaß! Mit einer vierköpfigen Familie (2 Erwachsene, 2 Kinder waren wir ja auch) kommt man mit 25€ gut hin, dann kann jeder 3 Mal fahren. Wir haben unterschiedliche Konstellationen ausprobiert, auch die Kinder durften schon zusammen fahren (ab 8). In der Nähe ist auch das Vogtsbauernhof Freilichtmuseum, das hat die großen Kinder allerdings mehr interessiert als die kleinen ;) Deshalb sind wir nach einem Picknick mit der übrigen Pizza wieder heimgefahren.
Nachmittags sind wir dann zusammen mit Marinas Freund los zum Abenteuergolf. Was für ein Spaß. Ich bin wirklich grottenschlecht im Minigolf und zu 5. wird es auch schnell mal langweilig, wenn man lange warten muss, bis man wieder dran kommt. Aber das war wirklich kurzweilig und die Kinder konnten zwischendurch auf dem Spielplatz toben, der mitten im Golfplatz liegt. Außerdem gibt es an den verschiedenen Bahnen auch Aufgaben zum Werfen von Golfbällen und Frisbeescheiben oder Fußballschießen mit Geschwindigkeitsmessung, ohne Golfschläger. Die letzte Bahn besteht darin, dass man eine Plastikkuh melken muss. Auch mal eine lustige Sache. Insgesamt waren die 18 Bahnen kurzweilig zu spielen und wirklich eine gute Zeit.
Der Park in Gengenbach ist wunderbar, die Emus und Ziegen waren schon ein gutes Programm, wir hätten uns eigentlich den ganzen Tag hier aufhalten können :) Und ein super Spielplatz mit Bach, der auch älteren Kindern Spaß macht, ist auch da.
Abends schauten wir den Film aus unserer Kindheit "Schweinchen Babe" :)
Den nächsten (heißen!) Tag verbrachten wir im Schwimmbad, bis die Kinder nachmittags wieder abgeholt wurden.
Es war eine kurze aber intensive Zeit, die wir alle sehr genossen haben.
Wenn du jüngere Cousins hast oder Nachbarskinder oder entferntere Verwandte. Oder Nichten und Neffen. Oder Freunde von deinen eigenen Kindern. Oder eigene Kinder ;) Investiere in sie! Hab eine gute Zeit mit ihnen! Zeig ihnen, was Liebe ist und was Spaß ist. Wie man sich draußen beschäftigen kann ohne Smartphone in der Hand. Oder spiel mit ihnen ihr Lieblingsspiel auf dem Smartphone. Ist auch mal erlaubt. Jetzt ist die Zeit, wo die Teens und Kinder uns "cool" finden. Ich weiß nicht genau, ob man cool noch sagt :D Aber jetzt ist die Zeit, wo wir investieren können. Lasst es uns nutzen und Reich Gottes auf die Erde bringen. Das kann eine Ermutigung sein, ein "Das hast du wirklich toll gemacht", ein "Ich bin stolz auf dich", eine Umarmung oder einfach die Tatsache Zeit zu verschenken. Das kann ein Psalm am Morgen und ein Gebet vor dem Einschlafen oder vor dem Essen sein. Probiere es einfach mal, verschenke dich, sei präsent, investiere, schenke Zeit. Es ist so gut und macht so Spaß! Ich hatte wirklich gute und tolle Tage!
Wie investierst du dich in die nächste Generation?
Love, Anni

Mittwoch, 30. August 2017

Noch 1 Monat bis zum Muskathlon

Okay, ein bisschen mehr als ein Monat ist es noch. Aber da ich gerade das unveröffentlichte und halbfertige Posting "Noch 2 Monate bis zum Muskathlon" entdeckt habe dachte ich, 1 Monat ist es in wenigen Tagen sowieso schon bald ;)

Ja. Ein kurzes Update.
Wir haben ein Benefizkonzert organisiert, das nicht so gut besucht war wie erhofft, aber zumindest mich viel weiter auf dem Spendenbarometer gebracht hat :) Ich habe Tobias jetzt ziemlich abgehängt, darum wenn ihr gerne spenden wollt, dann unterstützt doch Tobi ;)


Ich bin gespannt, auf die anderen deutschen Teilnehmer, mit denen wir reisen werden und die wir schon seit ihrer Anmeldung vor Monaten betreuen.
Ich bin so gespannt auf die Begegnungen mit den Kindern. Ob es anders sein wird als in Uganda, ob ich schneller aus mir rauskommen und mein Herz und meine Arme öffnen kann, ob ich sicherer sein kann in Jesus und dadurch in mir. Unabhängig von Kultur- und Sprachbarrieren.
Ich bin gespannt, welche Missverständnisse es geben wird und wie wir sie klären können und ich bin auch gespannt, ob ich den Halbmarathon joggend schaffe :D Ich tendiere mal zu nein, denn bereits nach 5km sehe ich so aus:


Naja, egal ob ich jogge oder gehe: ich gebe mein Bestes. Ich habe einige Patenschaften vermittelt und auch Geld gesammelt, dass Kinder aus Armut befreit werden. Ich werde mein Herz, wieder einmal, verschenken.
Willst du das auch erleben? Es ist ein unglaubliches Abenteuer!
Meld dich zum Muskathlon in Tansania an!
Oder übernimm eine Patenschaft!
Oder spende einen einmaligen Betrag.
Im Namen Jesu - ein Kind nach dem anderen! :)
Love,
anni



Donnerstag, 24. August 2017

Wanderwochenende am Kandel

Bereits zum 4. Mal haben meine Schwiegereltern ein Augustwochenende im Schwarzwald mit uns verbracht. Diesmal haben wir eine besonders tolle Hütte gefunden: die Gummenhütte am Kandel, in der Nähe von Freiburg.

Bereits letztes Jahr wollten wir sie buchen, aber da war bereits ausgebucht. Wir waren umso glücklicher, dass es dieses Jahr geklappt hat und noch dazu ein Glücksgriff war.
Tolle Natur und Wanderwege ringsherum, wirklich nettes Personal, mit dem man das ein oder andere Schwätzchen halten konnte und eine richtige Wohnung mit Gemeinschaftsraum, Bad und Küche, statt nur einem Zimmer.

Als wir ankamen, war der Kandel in dichten Nebel gehüllt, das machte alles noch abenteuerlicher und ein bisschen mysteriös.

Auch am nächsten Morgen sahen wir noch nicht viel weiter als 20 Meter.
Nach einem guten, einfachen Frühstück machten wir uns trotzdem gemütlich auf den Weg. Bei der Thomashütte angekommen, staunten wir nicht schlecht, als ein heftiger Windstoß den dichten Nebel für ein paar Sekunden lichtete und einen Blick ins Tal freigab. Andy, der Gummenwirt, empfahl uns, hierher zum Sonnenuntergang zu kommen, wir vermuteten also eine tolle Sicht und nahmen uns vor, am Abend wieder herzukommen. Bei einer Entfernung von 1,3km zur Hütte kein Problem und ein schöner Abendspaziergang.

Über die Kandelpyramide (leider ohne Sicht) erreichten wir den leerstehenden Berggasthof, hier wird ein kleiner Kiosk betrieben. Wir stärkten uns dort, ein paar Meter weiter gibt es aber eine schönere Gaststätte, die wir leider erst später entdeckt haben. Der Hunger war in dem Moment einfach zu groß ;)

Nach der Pause gingen wir zurück zu unserem "Fensterliwirt". Als wir über die Kuppe kamen staunten wir nicht schlecht: Wir konnten die Hütte schon von oben sehen und noch dazu hatten wir ein wunderbares Panorama! Vom Parkplatz aus sind es nur 400m über eine Wiese, im Nebel kam der Weg uns ganz anders vor!
Auf der Sonnenliege machten wir zu viert ein Mittagsschläfchen während der einzigen Sonnenstunde des Tages.

Weiter ging es zum Heidbererfelsen, über abenteuerliche und wirklich schmale Pfade mit nahezu freiem Fall, wären nicht Bäume und Sträucher auf dem ganzen Hang gewachsen. Die Aussicht entlohnte den Weg.

Abends stärkten wir uns wieder mit einer Demeter Kartoffelsuppe und Gummenvesper mit Glottertaler Spezialitäten, das wir sogar draußen genießen konnten (warm eingepackt).

Tatsächlich gingen wir nochmal los, um den Sonnenuntergang bei der Thomashütte zu sehen. Es hat sich gelohnt, wenn es auch nicht das spektakulärste Farbenspiel war. Aber die Aussicht über ein in Abendlichtgoldenes Freiburg war wunderschön.



Am Sonntag starteten wir gemütlich, beschlossen dann aber am späten Vormittag, uns noch zu einer längeren Tour aufzumachen. Ziel: Plattenhof und Zweribachwasserfälle. Insgesamt sind es dann am Sonntag wohl so 18km geworden, die aber abwechslungsreich und gut zu bewältigen waren.
Ich habe oft Probleme mit Blasen, bereits bei kürzeren Strecken. Darum habe ich mir vibrams Zehenschuhe gekauft. Die ersten 6km bin ich darin gelaufen und es war ganz wunderbar. Ich habe keine einzige Blase und keine Druckstelle bekommen - ein ganz neues Lebens- und Laufgefühl!
Zum Mittagessen kehrten wir auf dem Plattenhof ein, ein wunderbarer Bauernhof mit Gastwirtschaft. Die freilaufenden Ziegen haben es uns besonders angetan :) Das Essen war gut und viel und ein sehr guter Preis. Große Empfehlung, man kann auch direkt mit dem Auto hinfahren. Für Kinder gibt es einen großen Spielplatz mit Bodentrampolin und Platz zum Toben.

Weiter ging es 2 abenteuerliche Kilometer zu den Zweribachwasserfällen, durch einen Bannwald. So einen wilden (ausgezeichneten) Weg habe ich in Deutschland noch nicht erlebt. Zwei Schilder haben wir gesehen, die an verunglückte Personen erinnerten. Das macht ein mulmiges Gefühl. Aber der gefährliche Abstieg lohnte sich! Die Wasserfälle waren größer als erwartet, über 3 Plateaus und einfach nur schöne, wilde Natur. Es waren zwar einige Menschen da, aber verglichen mit den Triberger Wasserfällen ein richtig tolles Naturerlebnis. Tobi nutzte die Gelegenheit für eine Erfrischung in der "Duschkabine der Kandelhexe" ;)
Auf dem Weg trafen wir auch Familien, für Kinder ein ganz besonderer Weg und eine kleine Herausforderung, die man wandererfahrenen Familien gut zutrauen kann.

Auf dem Rückweg gab es ein kleines Sonnenschläfchen (und eine Häkelpause für mich). Und zum Abschied noch ein Schwarzwaldmilch-Eis in Zweisamkeit beim Gummenwirt, nach dem wir schon große Sehnsucht hatten.


Ein gelungenes Wanderwochenende in einer schönen Wandergegend. Den Kandel und den Fensterliwirt können wir uneingeschränkt empfehlen! Beim Fensterliwirt muss man allerdings rechtzeitig buchen. Bringt man eigene Bettwäsche mit, ist der Übernachtungspreis vergünstigt!

Viel Spaß beim Wandern! Der Spätsommer ist die ideale Jahreszeit, finde ich! :)

Love,
Anni












Dienstag, 22. August 2017

Joggen für Freiheit

Ich komme gerade vom Joggen zurück, habe mich gedehnt und einen Eiweißshake getrunken und möchte mit euch teilen, was ich heute morgen erlebt habe.
Ich gehe nicht gerne joggen. Als ich heute morgen den Gedanken hatte, dass jetzt ein guter Zeitpunkt dafür wäre, weil ich wirklich für den Muskathlon Halbmarathon trainieren sollte, wollte ich mich am liebsten im Bett verkriechen. Irgendwie hab ich es aber geschafft die Laufkleidung anzuziehen und einfach loszurennen. Und dafür, dass ich seit Wochen nicht mehr laufen war, habe ich wirklich lange durchgehalten (bis zur 1. Pause 😂). 

Gerade als ich eine kleine Kuppe überwunden habe, schießt mir plötzlich ein Gedanke in den Kopf. Ein Tagtraum aus meiner Teeniezeit, an den ich ewig nicht mehr gedacht habe. Ich weiß ja nicht, wie ihr als Teenager so gewesen seid. Aber ich habe mich extrem nach Liebe gesehnt. Ich bin in einer liebenden Familie aufgewachsen, für die ich sehr dankbar bin und in der  mein Kuschelbedarf eigentlich gestillt wurde (Meine Liebessprache ist Zärtlichkeit). 
Irgendwann, vielleicht so mit 15, wurde trotzdem der Wunsch nach Bestätigung von einem Menschen, der mich "freiwillig" liebt, und nicht, weil er mit mir verwandt ist, groß. Meine Tagträume waren allerdings eher davon geprägt, dass ich diese Liebe zwar wünsche, aber nicht verdiene.

Warum mir der Gedanke daran nach Jahren plötzlich beim Joggen wieder kam, weiß ich nicht. Noch vor kurzem habe ich euch geschrieben, dass ich beim Joggen nicht beten kann. Aber da ich überzeugt war, dass ich diesen Gedanken jetzt bearbeiten muss, habe ich angefangen mit Gott darüber zu sprechen. (Nur in Gedanken, für was anderes fehlt mir die Luft 😁)

Im ersten Moment hab ich mich so geschämt, über meine eigenen Gedanken und Vorstellungen von damals. Sie entsprangen einem Wunsch nach Liebe und Zärtlichkeit, hatten aber nichts mit wirklicher Liebe zu tun. Aber je weiter ich gelaufen bin, desto mehr hatte ich das Gefühl, dass Gott mich davon frei macht. Mich heilt. Die Gedanken habe ich quasi rausgeschwitzt. Sie dürfen mein Herz nicht mehr vergiften. Sie dürfen mich nicht mehr (unbewusst) beeinflussen. Sie definieren nicht länger mein Bild von Liebe. Ich bin frei, in Jesus.

Und ich laufe für Freiheit beim Muskathlon. Dafür muss ich nun Mal trainieren.
Heute eine win-win-Situation. Morgen vielleicht wieder ein Kampf, der mir Extremen Einsatz abverlangt. Oder eine weitere Gelegenheit um mein Herz und meine Gedanken vor Gott auszubreiten und "Spätsommerputz" zu machen. Als Motivation und Erinnerung habe ich mir ein Souvenir mitgebracht. Für den Stein bin ich sogar ein kurzes Stück zurück gelaufen, weil ich dem Impuls ihn aufzuheben nicht gleich nachgegangen bin. 


Wo musst du mal durchputzen?
Love, Anni

Montag, 14. August 2017

20 Facts about me 2.0

Ihr Lieben, ich blogge jetzt schon seit einiger Zeit und war gerade beim Durchstöbern erstaunt, was sich alles bei den "20 Facts about me" geändert hat!

Darum gibt es jetzt nach 2 Jahren die Version 2.0 :)

1) Manche Dinge verändern sich nicht! In meiner Familie ist es ein festes Weihnachtsritual,die Muppets Weihnachtsgeschichte anzuschauen. Mindestens einmal pro Jahr. 
2) Ich bin seit 2008 Vegetarierin und will mich auch bald zumindest zuhause vegan ernähren. Bis jetzt blieb es bei der vegetarischen Ernährung #oops
3) Unsere Meerschweinchen Erna und Bärbel sind im Juni ausgezogen :(
4) #ichhäkelalles. Momentan aber hauptsächlich Vögel, Wolken und Sterne für @my.little.crochet.corner
5) Eine Disco habe ich immer noch nicht von innen gesehen.
6) Ich mag Schokolade. Und Chips. Am besten gleichzeitig. Das ist ein Problem.
7) Mit 11 Jahren war ich das erste Mal Babysitterin. 
8) Ich studierte Frühpädagogik. Jetzt hab ich meinen Bachelorabschluss.
9) Jetzt könnt ihr euch denken, dass ich Kinder wirklich gerne mag. jajaja!
10) Ich versuche umweltbewusst zu leben, wo es geht. Zum Beispiel haben wir kein Auto. Wir haben jetzt ein Auto und ich bin sogar täglich damit zur Arbeit gefahren :( Trotzdem versuchen wir es so wenig wie möglich zu nutzen und umweltbewusst zu leben! 
11) Ich bin inkonsequent, aber ich arbeite daran...immer mal wieder ;). Aber ich bin begeisterungsfähig. Ich arbeite noch daran :D

Die nächsten Fakten waren alles Dinge aus meiner Kindheit, die sich nicht ändern konnten. Darum gibt es jetzt 9 brandneue :D

12) Vor uns liegen spannende Monate. Ich hatte am Freitag meinen letzten Arbeitstag und im Dezember gehen Tobias und ich nach Australien und dann für eine längere Zeit nach Neuseeland!
13) Nächsten Monat sind wir bereits 5 Jahre verheiratet und wollen das auch feiern!
14) Ich leite die Mutter-Kind-Gruppe "Springmäuse" in unserer Kirche seit 1 3/4 Jahren.
15) Im Oktober nehmen wir am Muskathlon in Indonesien teil und sind auch im Leitungsteam für Deutschland.
16) Ich habe deshalb schon vor vielen Monaten angefangen, mit Babbel indonesisch zu lernen und bin nur ein paar Lektionen weit gekommen. Jetzt wird die Zeit knapp und ich ärgere mich darüber...
17) Wir haben 4 Compassion Patenkinder: in Ghana, in Tansania, in Uganda und in El Salvador. Leider keins in Indonesien. 
18) Unser Patenkind Dorcus aus Uganda haben wir letztes Jahr beim Muskathlon kennen gelernt.
19) Ich mag BibleArtJournaling super gerne und habe mit einer Freundin eine Gruppe in der Kirche gestartet, weil ich es allein viel zu selten mache.
20) Ich bin wahrscheinlich der einzige Mensch der Welt, der im Urlaub nicht gerne Postkarten verschickt. Ich kann damit auch selbst wenig anfangen und freue mich natürlich, wenn ich eine bekomme. Aber dann weiß ich oft nicht, wo ich sie aufbewahren soll oder ob ich sie wegschmeißen kann :D

Na das ist doch mal ein Fakt zum Abschluss.... so ein bisschen was zum besser Kennenlernen zwischendurch. Erzählt mir doch ein paar Fakten über euch in den Kommentaren :)

Love,
Anni

Sonntag, 6. August 2017

Segnungsparty für meine schwangere Freundin

Meine liebe Freundin Katharina erwartete im Mai ihr drittes Baby und wir haben eine Babyparty für sie geplant. Es sollte aber keine amerikanische "Babyshower" mit Spielen und viel Trara werden, sondern ganz schlicht, einfach ein Vormittag mit guten Freundinnen, Frühstück und Gebet für ihren ungeborenen Sohn, für eine gute Geburt und für sie und ihre Familie.
Ein paar Ideen, die ich mir gemacht habe, möchte ich euch gerne weitergeben, vielleicht hast du ja auch eine schwangere Freundin, die du besonders segnen oder ehren möchtest.

In meinen Überlegungen ist mir nämlich ganz neu bewusst geworden, wie gut ich es finde, eine Frau zu sein. Und dass neues Leben in meinem Körper wachsen kann, irgendwann. Ist das nicht cool? Gott vertraut uns eine Hammer große und wunderschöne Aufgabe an! Und viel zu oft, ich empfinde immer mehr, wird das Wunder Schwangerschaft und Geburt und auch Muttersein heruntergespielt und nicht geehrt. Obwohl immer mehr neue Erfindungen und Innovationen die Schwangerschaft begleiten und Babyratgeber den Markt fluten.
Ich denke, was eine Frau braucht ist Intuition, Unterstützung und Gnade. Frauen sind dafür ausgestattet und gemacht, Mamas zu werden und zu sein. Und das meine ich überhaupt nicht herabsetzend, dass sie auf das Mamasein reduziert werden. Sondern total ehrfurchtsvoll, was gibt es schöneres als Ehefrau und Mutter zu sein? Darum war es mir so wichtig, meiner Freundin Ehre zu bringen und sie zu segnen.

Mein Geschenk an meine Freundin ist eine Patchworkdecke, die alle Freundinnen zusammen mitgestalten konnten, indem sie auf ein Stoffstück einen Wunsch, einen Vers, ein Wort, ein Bild...zeichneten. Ich sticke diese Worte nach und dann wird die Decke für das neue Baby zusammengenäht. Viel Arbeit aber eine lange Investition, drum wollte ich auch nicht dass die Decke zu klein ist, sondern dass sie lange in ihr gekuschelt werden kann.

Außerdem habe ich einen Blumenkranz binden lassen, den die Hauptperson des Tages tragen durfte. Welche Frau wünscht sich nicht einen schönen Blumenkranz an einem besonderen Tag :) Die Floristin hat ganz verwundert gefragt, ob geheiratet wird ;) Nein, "nur" gesegnet und geehrt :)
Nun wird der Kranz getrocknet und aufgehängt. Ich habe mich für schlichtes Schleierkraut, Eukalyptus und weiße schlichte Blümchen entschieden und bin gespannt, wie er getrocknet aussieht.

Am Ende haben wir alle für die werdende Mama gebetet. Als Zeichen der Verbundenheit als Frauen und dass wir sie weiterhin im Gebet unterstützen, haben wir uns einen Faden um das Handgelenk geschlungen und das Wollknäuel zur nächsten Frau weitergegeben, bis alle durch den Faden verbunden waren. Dann haben wir miteinander gebetet und das Baby, die Geburt, die Familie, die beiden älteren Geschwister, den Vater, den Körper der Mutter und noch viel mehr gesegnet und um Gottes Schutz gebeten. Nach unserem Gebet haben wir den Faden zwischen uns durchgeschnitten und so blieb bei jeder Frau ein Stück um den Arm geschlungen, das wir uns als Armband festgeknotet haben und bis zur Geburt als Gebetserinnerung tragen können.

Eine weitere Möglichkeit (haben wir allerdings nicht gemacht) besteht darin, Ermutigungen für die letzte Zeit der Schwangerschaft und die Geburt auf Steine zu schreiben, das können Bibelverse sein oder einfach Zusprüche. Die Steine sollten nicht zu klein sein, so können sie auch mal umklammert werden und außerdem muss die Schrift ja auch gut leserlich sein und die Steine sollen auch kein Risiko für Kinder im Haus darstellen.

Möglich wäre es auch, die Ermutigungen auf Bauklötze zu schreiben und diese dann mit speichelechtem Lack zu lasieren, so hat das Baby dann auch noch was davon. Holzklötze habe ich zum Beispiel bei Dawanda gefunden.
Das sind ein paar Alternativen zum Bodys bemalen und Kuchen essen :)
Was macht ihr gern bei Babypartys?
Love,
Anni

Mittwoch, 2. August 2017

Wie sportlich muss ich sein, um beim Muskathlon teilzunehmen?

21,1 km joggen? Oder noch schlimmer: 42,2km! Das schaffe ich nicht und ehrlich gesagt habe ich auch keine Lust dazu. Ich bin keine Läuferin und werde es auch nie sein. Das regelmäßige Training ist für mich ein großes Opfer, sowohl zeitlich gesehen als auch von der Überwindung her.
Ich kann beim Laufen weder beten noch abschalten, wie ich es oft höre. Es ist einfach nur anstrengend für mich und ich muss mich sehr konzentrieren. Durch regelmäßiges Training würde sich das vielleicht ändern, aber dann habe ich Mal eine Woche keine Zeit und fange wieder bei Null an...nunja, es ist ein negativer Kreislauf.
Den Muskathlon laufe ich nicht, weil ich Sport liebe oder um eine Halbmarathon Bestzeit hinzulegen, sondern um mich für Gerechtigkeit einzusetzen und um den Kindern in Indonesien Gottes Liebe zu zeigen. Das tue ich nicht, in dem ich hochkonzentriert und schwitzend an ihnen vorbeijogge, sondern in dem ich mir für sie Zeit nehme, mit ihnen an der Hand laufe oder einfach stehen bleibe. Der Lauf ist ein elementarer Bestandteil in der Muskathlon Woche, da bin ich ganz sicher und das soll jetzt auch nicht zu Missverständnissen führen. Gott benutzt diesen Lauf um Mauern zu durchbrechen und auch um extremen Einsatz zu fordern. Beide Seiten gibt es und man findet wahrscheinlich erst am Lauf selbst heraus, was Gott vorhat. Ich bin gespannt und trainiere so gut ich kann, wissend, dass es eigentlich nicht genug ist. Und bin gespannt, wie Gott mich dann herausfordern und beschenken wird.


Sport ist (in Maßen ) gesund und natürlich fühle ich mich nach einem Lauf auch gut und fit. Aber sportlich zu sein ist keine Voraussetzung um am Muskathlon teilzunehmen. Wer bereit ist, für Gerechtigkeit zu kämpfen kann auch ein paar Lauftrainings in Kauf nehmen. Und wenn das Herz stimmt, dann laufen die Beine hinterher. Also keine Angst, meld dich an!
Hier geht's zur Anmeldung für Tansania im Mai 2018!
Was hindert dich jetzt noch? :)
Love, Anni

Montag, 31. Juli 2017

Freundinnen auf dem Weg zur Hochzeit begleiten

Im September heiratet mein Schwager eine ganz wunderbare junge Frau, die mir zu einer engen Freundin geworden ist. Ich möchte sie in der Zeit vor der Hochzeit begleiten und da sie bereits im Juni standesamtlich geheiratet haben und wir sie zu diesem Anlass gesehen haben, haben wir bereits einen Teil der Geschenke verschenkt.


Geschenke müssen nichts Materielles sein. Die richtigen Worte, Zeit und Ermutigung sind mindestens genau so wertvoll für junge (Ehe-)Paare.
Zur Heirat vor dem Staat haben wir den beiden verschiedene Gutscheine geschenkt. Einen aus einem Café und einen aus einem Restaurant aus einer Stadt in ihrer Nähe und einen Gutschein für die Therme. Denn zwei Dinge wissen wir sehr gut. 1.: Zeit zu zweit ist nicht nur schön, sondern auch essentiell, um eine Ehe aufzubauen. Und 2.: Gemeinsame Unternehmungen müssen zwar nicht viel kosten, aber ab und zu mal Essen zu gehen oder in die Therme ist wie ein Kurzurlaub. Wir waren beide Studenten und konnten uns daher nicht viel leisten. So kamen wir auf die Idee mit den Gutscheinen. Nicht sehr persönlich und oft ein Notgeschenk bei Ideenlosigkeit, aber in diesem Fall absolut berechtigt und liebevoll ausgewählt. Für die individuelle Note habe ich eine Mappe mit den Namen beschriftet, die können sie weiterhin benutzen, wenn sie wollen und könnte man auch noch persönlicher gestalten.



Außerdem habe ich einen Hochzeitscountdown für die kirchliche Trauung gestaltet. Auch diesen kann man aufwendiger gestalten wenn man möchte, ich habe ihn bewusst schlicht und einfach gehalten​. Ich selbst hatte vor unserer Hochzeit ein Maßband aus dem Möbelhaus, bei dem ich die cm-Angaben als Tage angesehen und täglich einen abgerissen habe. Daran habe ich mich auch beim Basteln orientiert. Vier Streifen, die jeweils 1cm breit sind werden in 1x1cm Kästchen aufgeteilt, der Länge nach auseinander​geschnitten und einfach aneinander geklebt. Zahlen 1-100 eintragen, fertig! Viel Liebe in einfachen Papierstreifen.
In meinem Kalender habe ich mir im 10Tagesrhytmus ebenfalls den Countdown abgespeichert, so kann ich meiner Freundin am jeweiligen Tag eine kurze Nachricht oder sogar auch Mal eine Karte oder einen Brief schreiben und mitfiebern.

Was habt ihr noch für Ideen? Was war euer schönstes Hochzeitsgeschenk?

Love, Anni

Freitag, 23. Juni 2017

Wie meine Meerschweinchen meine Ehe gerettet haben

Am Sonntag habe ich meine Meerschweinchen abgegeben. Nicht mit einem lachenden und einem weinenden Auge, wie ich erst dachte, sondern mit zwei weinenden. Es war kein einfacher Schritt für mich, aber ich habe ein gutes neues Zuhause bei der Meerschweinchen-Nanny gefunden, die wiederum ein tolles langfristiges Zuhause für die Dicken finden wird. Dafür sind wir ein ganzes Stück gefahren, aber es war mir so wichtig, dass gut für die Tiere gesorgt ist.
Ja, es sind nur Meerschweinchen. Aber es sind Tiere, für die ich die Verantwortung übernommen habe, von einem Tag auf den anderen und ziemlich undurchdacht und ungeplant. Aber mit vollem Herzen.
Ich habe Erna und Bärbel adoptiert, sie waren auf eBay Kleinanzeigen eingestellt und da werden Kleintiere dann oft als Schlangenfutter gekauft. Oder geraten in falsche Hände und zu kleine Käfige. Sicher, ganz optimal und vor allem naturnah war ihr Leben bei uns bestimmt auch nicht. Aber wir haben unser bestes getan ihnen ein tolles Schweineleben zu ermöglichen.
1. Morgen mit den Dicken
Und nur weil unsere Lebens- und Wohnsituation sich ändern wird, kann ich sie nicht einfach ins Tierheim geben und mich um diese Verantwortung drücken.
Dazu erzähle ich bald mehr, jetzt soll es erst noch um Erna und Bärbel gehen. Denn diese zwei kleinen flauschigen Wesen haben meine Ehe gerettet. Das ist vielleicht etwas drastisch ausgedrückt, aber tatsächlich empfinde ich es so, denn ich habe durch sie viel über mich selbst gelernt und wie ich Beziehungen lebe. 
Mini Erna und Mini Bärbel
Meerschweinchen sind Fluchttiere und man braucht viel Geduld (und Gurken) bis sie Vertrauen fassen. Wenn ich sie auch gerne kuscheln und herzen würde, es entspricht überhaupt nicht ihrer Natur, sie kuscheln nicht einmal häufig miteinander. Ich muss ihnen so begegnen und sie respektieren, dass sie sich geliebt fühlen. Das gilt auch für Beziehungen zu Menschen und ganz besonders zu meinem Mann. Ich muss ihm auch in seiner Liebessprache sagen, dass ich ihn liebe, sonst versteht er mich vielleicht nicht! Kennst du die 5 Liebessprache und viel wichtiger, kennst du die Liebessprache deines Partners und auch deine eigene? 
Erna
Bärbel







Außerdem war ich während des Studiums viel allein zu Hause, weil mein Mann bereits gearbeitet hat. Das viele Alleinsein in einem ganz neuen Umfeld hat sich ziemlich einsam angefühlt. Wenn mein müder Mann abends von der Arbeit nach Hause kam, dann war mein "Liebestank" leer und ich erwartete von ihm, dass er ihn füllte. Was natürlich nicht seine Aufgabe war, denn zuerst will ich mich immer an Jesus wenden, der die Liebe ist. Aber die Meerschweinchen haben mir dabei geholfen. Sie haben mir das Gefühl vermittelt, dass ich nicht allein bin und Leben in unsere Wohnung gebracht. Ich hatte etwas, um das ich mich kümmern konnte. So wurde ganz viel Erwartungsdruck aus unserer Beziehung genommen. Ganz genau muss ich da jetzt auch nicht drauf eingehen, ich denke jedes Paar bzw. jede Person hat eigene Themen, denn das war ja eher etwas, das ich an mir selbst reflektieren musste (und muss).

Für mich waren die Meerschweinchen ein Geschenk, das Balsam für meine Ehe war. Und jedes gute Geschenk kommt von Gott! Dieser Vers aus Jakobus 1 erinnert mich immer wieder daran, wie gut unser Vater im Himmel zu uns ist. Und für mich waren die Meerschweinchen ein Geschenk Gottes.
Die leichte Decke aus Nelefees Babydeckenshop gibt es auch mit anderen Versen. Wir haben sie umfunktioniert als Wandbehang, bis irgendwann das größte Geschenk darin kuscheln darf. ;)

Love, Anni