Freitag, 23. Juni 2017

Wie meine Meerschweinchen meine Ehe gerettet haben

Am Sonntag habe ich meine Meerschweinchen abgegeben. Nicht mit einem lachenden und einem weinenden Auge, wie ich erst dachte, sondern mit zwei weinenden. Es war kein einfacher Schritt für mich, aber ich habe ein gutes neues Zuhause bei der Meerschweinchen-Nanny gefunden, die wiederum ein tolles langfristiges Zuhause für die Dicken finden wird. Dafür sind wir ein ganzes Stück gefahren, aber es war mir so wichtig, dass gut für die Tiere gesorgt ist.
Ja, es sind nur Meerschweinchen. Aber es sind Tiere, für die ich die Verantwortung übernommen habe, von einem Tag auf den anderen und ziemlich undurchdacht und ungeplant. Aber mit vollem Herzen.
Ich habe Erna und Bärbel adoptiert, sie waren auf eBay Kleinanzeigen eingestellt und da werden Kleintiere dann oft als Schlangenfutter gekauft. Oder geraten in falsche Hände und zu kleine Käfige. Sicher, ganz optimal und vor allem naturnah war ihr Leben bei uns bestimmt auch nicht. Aber wir haben unser bestes getan ihnen ein tolles Schweineleben zu ermöglichen.
1. Morgen mit den Dicken
Und nur weil unsere Lebens- und Wohnsituation sich ändern wird, kann ich sie nicht einfach ins Tierheim geben und mich um diese Verantwortung drücken.
Dazu erzähle ich bald mehr, jetzt soll es erst noch um Erna und Bärbel gehen. Denn diese zwei kleinen flauschigen Wesen haben meine Ehe gerettet. Das ist vielleicht etwas drastisch ausgedrückt, aber tatsächlich empfinde ich es so, denn ich habe durch sie viel über mich selbst gelernt und wie ich Beziehungen lebe. 
Mini Erna und Mini Bärbel
Meerschweinchen sind Fluchttiere und man braucht viel Geduld (und Gurken) bis sie Vertrauen fassen. Wenn ich sie auch gerne kuscheln und herzen würde, es entspricht überhaupt nicht ihrer Natur, sie kuscheln nicht einmal häufig miteinander. Ich muss ihnen so begegnen und sie respektieren, dass sie sich geliebt fühlen. Das gilt auch für Beziehungen zu Menschen und ganz besonders zu meinem Mann. Ich muss ihm auch in seiner Liebessprache sagen, dass ich ihn liebe, sonst versteht er mich vielleicht nicht! Kennst du die 5 Liebessprache und viel wichtiger, kennst du die Liebessprache deines Partners und auch deine eigene? 
Erna
Bärbel







Außerdem war ich während des Studiums viel allein zu Hause, weil mein Mann bereits gearbeitet hat. Das viele Alleinsein in einem ganz neuen Umfeld hat sich ziemlich einsam angefühlt. Wenn mein müder Mann abends von der Arbeit nach Hause kam, dann war mein "Liebestank" leer und ich erwartete von ihm, dass er ihn füllte. Was natürlich nicht seine Aufgabe war, denn zuerst will ich mich immer an Jesus wenden, der die Liebe ist. Aber die Meerschweinchen haben mir dabei geholfen. Sie haben mir das Gefühl vermittelt, dass ich nicht allein bin und Leben in unsere Wohnung gebracht. Ich hatte etwas, um das ich mich kümmern konnte. So wurde ganz viel Erwartungsdruck aus unserer Beziehung genommen. Ganz genau muss ich da jetzt auch nicht drauf eingehen, ich denke jedes Paar bzw. jede Person hat eigene Themen, denn das war ja eher etwas, das ich an mir selbst reflektieren musste (und muss).

Für mich waren die Meerschweinchen ein Geschenk, das Balsam für meine Ehe war. Und jedes gute Geschenk kommt von Gott! Dieser Vers aus Jakobus 1 erinnert mich immer wieder daran, wie gut unser Vater im Himmel zu uns ist. Und für mich waren die Meerschweinchen ein Geschenk Gottes.
Die leichte Decke aus Nelefees Babydeckenshop gibt es auch mit anderen Versen. Wir haben sie umfunktioniert als Wandbehang, bis irgendwann das größte Geschenk darin kuscheln darf. ;)

Love, Anni

Samstag, 17. Juni 2017

Muskathlon 2017

Ihr Lieben,

ich habe hier noch gar nicht besonders viel über den Muskathlon 2017 berichtet. Und das, obwohl der Muskathlon in Ruanda schon im Mai stattgefunden hat! Auf Instagram habe ich darauf hingewiesen, aber für den Blog hatte ich gar nicht so viel Zeit in den letzten Wochen. Ziemlich vieles ist in den letzten Wochen zu kurz gekommen und ich weiß gar nicht genau, was mich eigentlich so beschäftigt hat.

Darum hole ich es jetzt nach. Denn der Muskathlon ist meine Herzensangelegenheit! Die Kinder sind meine Herzensangelegenheit!

Der Muskathlon ist ein sportliches Ereignis, das extreme Ausdauer erfordert und an einem außergewöhnlichen Ort stattfindet. Dadurch werden finanzielle Mittel in großem Maßstab gesammelt und Ungerechtigkeit bekämpft. Der Muskathlon in Indonesien wird vom 7.-15. Oktober 2017 stattfinden und auf Bali starten. Von Bali werden wir nach Sumba fliegen; eine Insel extremster Armut, die kaum besucht wird. 
Der Muskathlon wird von der 4te Musketier (4M) in Zusammenarbeit mit Compassion organisiert: Ein Hilfswerk, das Kinder in Jesu Namen aus Armut befreit. 

Ihr Lieben, ich habe euch schon oft von Compassion erzählt und ich kann immer nur wiederholen, dass die Arbeit mich einfach überzeugt! Kinder werden nicht einfach nur gefördert um aus Armut befreit zu werden, sondern die Armut wird aus den Kindern herausgeholt. Sie werden ermutigt und befähigt und sie lernen Jesus kennen.
Bei Compassion lernt jedes Kind eine ganz besondere Person durch Briefe und evtl. sogar durch einen Besuch kennen. Eine Person, die sich für sie interessiert, die sie fördert, die sie ermutigt. Eine Person, die ihr Leben verändert. Eine Person, dank der sie nicht von ihren Eltern getrennt werden. Eine Person, dank der die kranke Mutter medizinische Hilfe bekommt und das untergewichtige Geschwisterchen überleben wird.
Eine Person, die ihre Verantwortung wahr nimmt und dafür sorgt, dass die ganze Welt dieses Kindes verändert wird.

DU KANNST DIESE PERSON SEIN!

Du kannst eine Patenschaft für 30€ im Monat übernehmen, du kannst ein Kind ermutigen, es fördern und unterstützen.
Hier kannst du online eine Patenschaft abschließen oder du hinterlässt mir einen Kommentar, dann helfe ich dir.

Wie auch letztes Jahr schon:
Wer bis zum Muskathlon eine Patenschaft übernimmt und meinen Namen im Kommentarfeld angibt (Annika Dietrich, Muskathlon Indonesien 2017) bekommt von mir ein Überraschungspaket, denn jede abgeschlossene Patenschaft wird auf mein Spendenkonto angerechnet.
Auch wenn du einfach eine Geldsumme (statt einer Patenschaft) spenden möchtest bekommst du eine kleine Überraschungspost von mir. Gib unbedingt deine Emailadresse mit an, dass ich mich auch bei dir melden kann! :)

Also ich finde, es lohnt sich doppelt.

Und für nächstes Jahr kannst du dich selbst beim Muskathlon in Tansania anmelden und nich nur Leben verändern, sondern es auch hautnah miterleben und selbst verändert werden!

Sei dabei, für den König und für die Kinder!
Lass deine Liebe wachsen! Love,
Anni

Mittwoch, 14. Juni 2017

Wertschätzung für Mamas

Hallo ihr Lieben :) 

Ich habe für die Mamis in meiner Krabbelgruppe eine kleine Überraschung vorbereitet und wollte euch gern daran teilhaben lassen. Vielleicht ist ja auch unter euch die eine oder andere, die beruflich, ehrenamtlich oder privat viel Kontakt mit Mamas hat. Oder du bist selbst eine Mama. :)
Der Anlass war zwar Muttertag, aber Mamas sind so wertvoll und wichtig, da braucht es eigentlich keinen Grund sie wert zu schätzen!

Zuerst habe ich einen Bibelvers herausgesucht, den ich den Mamas zusprechen wollte und habe ihn mit Hilfe eines kostenlosen Online Bildbearbeitungs- und Designprogramms aufgeschrieben. 

Geworden ist es die Tageslosung von Muttertag am 14.5.17 - 1. Johannes 3,1a

Ich habe den Vers mehrmals ausgedruckt und zurechtgeschnitten und die Ausdrucke dann auf Tonkartonkarten geklebt.
Während der Krabbelgruppe habe ich mit den Kindern ihre Handabdrücke auf die Karten gestempelt. Dazu habe ich Wasserfarbe benutzt, weil es gut wieder abgeht, ich hatte einfach nur nasse Waschlappen dabei. 

In der Krabbelgruppe lese ich ab und zu einen "Liebesbrief von Jesus" an die Frauen vor, aus dem Buch "Ich bin bei dir" von Sarah Young. Zum Muttertag habe ich selbst einen Liebesbrief aus der Perspektive von Gott, dem himmlischen Vater, verfasst. Auch mit dem oben ausgewählten Vers wollte ich den Mamas zeigen, dass sie nicht allein sind, dass sie nicht allein kämpfen und dass Gott ihr Papa ist, den sie um Rat, Kraft und Hilfe bitten dürfen. Ja, sie sind Mütter. Und haben eine große Verantwortung. Und fühlen sich damit vielleich tmanchmal alleine. Aber sie sind es nicht, denn sie dürfen Kinder Gottes sein!

Hier findest du den Liebesbrief von Jesus an dich, du wertvolle Frau, Tochter und Mutter:




Love, Anni

Montag, 12. Juni 2017

Hot Summer Days

Der Sommer ist da! Und das genieße ich! Obwohl ich nie ein großer Fan des Sommers war und die Hitze auch nicht besonders gut aushalten kann, freunde ich mich mehr und mehr mit dem Sommer an.
Trotzdem braucht man ab und zu eine Abkühlung - und wo findet man die? Natürlich im Schwimmbad oder in unserem Fall auch am Rhein! Nur blöd, dass jeder diese Idee hat, vor allem an so einem heißen und sonnigen Sonntag wie letztes Wochenende. 

Gott hat uns noch eine andere Art von Abkühlung geschenkt, und nein, obwohl ich Eis liebe, meine ich etwas anderes: Baumschatten
ich durfte auch mal in die Hängematte

Nach dem Gottesdienst haben Tobias und ich uns aufgerafft, ein paar Sachen zusammen gepackt, sind ein Stück gefahren bis zur Nähe eines schönen Waldstücks und haben uns dort dann zwischen Buchen niedergelassen. Tobias hat es sich in der Hängematte gemütlich gemacht und ich auf einer Decke. Und mit einem Kissen war mein Laubbett auch wirklich bequem. In der Kühle des Waldes konnten wir den ganzen Nachmittag gut aushalten und waren fast erschlagen von der hohen Temperatur, als wir nach einigen Stunden am Abend aus dem Wald raus und zurück zum Auto liefen. 

Wir haben hauptsächlich die Ruhe genossen, auf die unzähligen Waldgeräusche gelauscht (und dabei ein tolles Spiel gespielt: wer hört mehr unterschiedliche Geräusche?), gelesen, gebetet und die Zweisamkeit genossen. Es war ja niemand da, denn die Wanderer und Spaziergänger waren alle als Schwimmer unterwegs am Wasser. ;)

Probiert es doch mal aus, ein bisschen Zeit im Wald zu verbringen um dort Abkühlung zu finden. Keine Berührungsängste. Einfach eine Decke mitnehmen und ein schönes Plätzchen suchen! :)

Love,
Anni

PS: Ich hoffe euch gefällt mein neues Design :)

Mittwoch, 31. Mai 2017

Geschenke zur Geburt eines weiteren Kindes

Meine gute Freundin hat letzte Woche ihr drittes Kind bekommen und heute durfte ich den kleinen Ari kennenlernen. Was schenkt man aber zur Geburt des 3. Sohnes? Ich kaufe zwar super gern Babykleidung ein oder häkle ein süßes Tierchen, aber das ist in diesem Fall wohl eher unangebracht und schon x-fach vorhanden. Darum, und auch weil ich finde, dass es wichtig ist, habe ich mich entschieden, die Mama zu beschenken! Wenn es der Mama gut geht, geht es auch dem Baby gut, oder?
Ich habe mich für das Buch "Unendlich wertvoll - Sofapausen für junge Mamas" von Anne Löwen entschieden. Die Beschreibung hat mich einfach überzeugt und erst vor kurzem habe ich den Mamas in meiner Krabbelgruppe Ähnliches erzählt. Nämlich, dass Muttersein so wichtig und wertvoll ist und auch ein Aspekt von Gottes Liebe widerspiegelt. Wie krass oder?! Und auch den Aspekt, dass man auch als Mama selbst Tochter Gottes ist - einfach wichtig und genial!
Für den kleinen Ari habe ich eine wunderschöne Karte von Gretas Schwester ausgesucht, leider habe ich vergessen sie zu fotografieren. Schaut sie euch doch hier an: klick (soooo ein süßer Shop!)


Und das wichtigste bei einem Neugeborenen-Besuch: Essen mitbringen! 
Wir organisieren uns in der Kirche über WhatsApp oder Doodle, sodass für frischgebackene Mamas der "Kochservice" aktiv wird und die glückliche Familie die ersten Tage oder sogar Wochen mit Frischgekochtem versorgt wird.

Weitere Geschenkideen zur Geburt findet ihr hier und hier.

Das wars mal wieder von mir :)
Love, Anni :)

Montag, 24. April 2017

Achtung, Falle!

Gerade lese ich in Hiob. In Kapitel 12, 12 steht: Weisheit gehört dem Alter, und Erkenntnis denen, die schon viele Jahre gelebt haben.

Gemein, denke ich. Ich will auch weise sein. Zack, die Falle ist zu. Ich nenne sie: die "Irgendwann-will-ich-auch-mal-so-sein"-Falle. Oder auch: die "Ich-bin-(noch)-nicht-gut-genug"-Falle.

Dass mit dem Alter die Erfahrung wächst ist wohl meistens tatsächlich der Fall. Ich bewundere Frauen, die älter sind als ich, für die Erfahrungen und Erlebnisse, die sie mit Jesus haben und um ihre Weisheit und Tiefe. Wenn ich mich so anschaue, dann bin ich manchmal meilenweit davon entfernt, was oder wie ich gerne wäre. Zu schüchtern. Zu ungesprächig. Zu stumpf. Zu teilnahmslos. Zu vorschnell. Zu ...

Dabei sagt Gottes Wort mir auch etwas ganz anderes:

"Niemand soll dich verachten, weil du noch jung bist. Sei allen Glaubenden ein Beispiel mit deinem Reden und Tun, deiner Liebe, deinem Glauben und deiner Reinheit."
1. Timotheus 4,12

Diesen Vers kenne ich schon lange und konnte ihn mir aus zwei Gründen immer gut merken. Erstens, und das ist etwas banal, ist der 4.12. mein Geburtstag und so konnte ich mir die Stelle gut einprägen.
Und zweitens habe ich schon als Jugendliche das Gefühl gehabt, noch nicht an dem richtigen "Punkt" angekommen zu sein, wo Gott mich wirklich gut gebrauchen kann oder vielleicht eher, wo ich selbst sein will. Das Denken war auf eine falsche Vorstellung von Gott gegründet. Gott liebt mich. Und er will mich. JETZT schon und genau so wie ich bin. Denn in seinen Augen bin ich schon so, wie er mich gemacht hat. In seinen Augen bin ich die, die ich in meinen Augen vielleicht nie sein werde. Aber ich halte mich daran fest: GOTT WILL MICH!

Wie sieht es heute aus? Jetzt bin ich Mitte 20 und fühle mich manchmal steinalt, doch für vieles immer noch zu jung. Für die Weisheit zum Beispiel.
Aber nun sind auch einige Jüngere unter mir. Die soll ich nicht verachten, das ist die Aufforderung von Paulus an die Älteren.
Aber ich verachte doch niemanden! Das ist so ein krasses Wort! Aber belächle ich nicht manchmal die ein oder andere eifrige Idee oder die Naivität, die Weltanschauung, die Unwissenheit, die Ungestümheit?

Was bedeutet denn dieser Vers von Paulus genau? Eigentlich ist der Vers oben nur ein kleiner Satz eines Freundes. Paulus schreibt seinem Freund Timotheus einen Brief, und wir dürfen hineinspickeln. Offensichtlich hat Paulus auch eine Vaterrolle für Timotheus eingenommen. Timotheus leitet eine Gemeinde und wird als "junger Mann" beschrieben. Da er eine Gemeinde leitet schätze ich jetzt aber mal, dass er nicht jugendlich ist, sondern wahrscheinlich sogar schon älter als ich. Und Paulus ermutigt Timotheus.

Ich erinnere mich an eine "Ermutigung", die ich erhalten habe.
"Pfff, also das Abi ist echt total leicht, das schaffst du locker. Ach was, das ist doch nicht viel zu lernen. Fang erstmal mit dem Studium an, dann hast du die Menge an Stoff in einem Semester."
Was denkst du? War das eine Ermutigung für mich? Nicht wirklich. Ich habe mich total herabgesetzt gefühlt und nicht gewürdigt in meiner subjektiven Wahrnehmung, dass ich vor einem großen und schweren Ereignis in meinem Leben stehe. Natürlich war es gut gemeint. Aber eine Ermutigung war es nicht für mich.

Ich will junge (jüngere) Menschen ermutigen und sie nicht verachten! Genau so, wie ich nicht verachtet werden will, weil ich noch nicht den Erfahrungsschatz einer 40- oder 80-Jährigen habe. Und auch nie haben werde. Ich werde den 2. Weltkrieg nicht miterleben, eine 80-Jährige kann dafür vielleicht kein Smartphone bedienen. Akzeptieren wir doch einfach, dass wir einander in unserer Unterschiedlichkeit und mit unseren unterschiedlichen Erfahrungen brauchen. Ich möchte ermutigt werden und ermutigen.
Ich will auch nicht in die "Ach-damals"-Falle rutschen sondern ermutigen, jede Phase des Lebens zu genießen und zu nutzen. Ich will auch nicht mehr in der "Irgendwann-will-ich-auch-mal-so-sein"-Falle landen, sondern jetzt schon leben. Und es gibt unzähliger solcher Fallen.
Ich will deshalb jeden Morgen neu meine Identität in Jesus neu begreifen. Ich bin gut und gewollt. Ich muss mir keine Sorgen machen (Phil. 4,1). Ich kann alles durch den, der mich stark macht (Phil. 4,13). Ich kann jetzt sogar schon ein Beispiel sein (siehe Bibelvers). Unabhängig von meinem Alter, meiner Weisheit, meinen Erfahrungen. Unabhängig von Bad Hair Day, Montagslaune und irgendeiner Falle, in die ich zu stürzen drohe. Denn Gott ist Liebe.

Liebe soll wachsen,
love
Anni

Montag, 17. April 2017

#unterwegs auf dem Westweg [Teil 1]


Ich habe euch hier schon ein bisschen mit durch den Schwarzwald und durch Südbayern mitgenommen. Ich möchte dies in eine Rubrik "Urlaub in Deutschland" erweitern und euch ermutigen, Deutschland zu erkunden! Es ist so ein schönes Land, mit vielen Ecken, die es zu entdecken gibt. Außerdem ist es ökologisch und ökonomisch sinnvoll :) Ich mache zwar auch sehr gerne Urlaub in einem anderen Land, dafür gibt es viele Gründe. Aber mir ist es auch wichtig, zu sehen und zu kennen, was vor meiner Haustür liegt.


Dazu erstmal folgende Eckpunkte:

Dauer:
2 Nächte (Samstag-Montag)

Unsere Route: 
Pforzheim - Dobel - Gernsbach 
Unsere Kosten: ca. 93€
2x Baden-Württemberg-Ticket Young: 52€, Verpflegung: ca. 35€, Eis: 6€ ;), Ausrüstung: bereits vorhanden

Drei lange freie Tage liegen vor uns, mit wunderschönem Wetter, laut Vorhersage. Tobias und ich packen die Rucksäcke, ziehen die Wanderschuhe an und los geht's einmal quer durch Baden-Württemberg mit dem Zug. Unser Ziel: die goldene Pforte und der Beginn des deutschen Fernwanderwegs "Westweg".
Der Westweg führt durch den ganzen Schwarzwald von Pforzheim bis Basel, ca. 285 Kilometer erkennbar an der "roten Raute".
Und da wir so nah am Schwarzwald wohnen kennen wir einige südliche Wegstücke. Tobi will schon lange den Westweg laufen, aber die 11 Tagesetappen am Stück zu schaffen braucht einen längeren Urlaub, der so schnell nicht in Sicht ist. Daher haben wir beschlossen, die Etappen aufzuteilen. Kurzerhand bestellen wir noch einen Westwegführer, den wir durch das praktische Format gerne weiterempfehlen.

Am Samstag Vormittag kommen wir in Pforzheim an und ein bisschen später auch an der 2km entfernten Goldenen Pforte. Der Weg dorthin führt ein Stück durch die Innenstadt und durch einen Park, entlang eines Lehrpfads über die Goldstadt Pforzheim und ist gut ausgeschildert.
Bei den insgesamt 11 Pforten kann man sich Stempel abholen. Mit 9 Stempeln erhält man ein kleines Geschenk vom Schwarzwaldverein. Wir werden also fleißig sammeln :)

Der Weg startet westwegtypisch abenteuerlich über ein schmales steiles Stück, bei dem ich froh bin, dass wir die Wanderstöcke mitgenommen haben. Tatsächlich ist die 1. Etappe eine größere Herausforderung für mich als gedacht. Meine letzte richtige Wanderung war allerdings auch vor 11 Monaten der Muskathlon. Danach hatte ich lange keine große Lust auf längere Strecken zu Fuß.
Der Weg führt weiter durch einen Stadtteil von Pforzheim und das steilste Wohngebiet das ich je gesehen habe. Dort würde ich nicht wohnen wollen, denn der Anstieg bis ganz oben geht geschätzt sicher eine halbe Stunde. Wir sind froh über die noch angenehmen Temperaturen und dass wir noch nicht 30 Grad haben.
Danach geht es an der Enz entlang, hier ist der Weg wunderbar und abwechslungsreich. In der Enz füllen wir unser Wasser auf, das können wir abends zum Kochen verwenden.
Ein weiteres Stück des Weges führt über einen Spazierweg am Waldrand entlang, hier herrscht bei dem schönen Sonnenschein reger Betrieb.
Die letzten 10 der 26 Kilometer von der ersten Etappe führen durch ein nicht enden wollendes Waldstück. Richtig wie im Schwarzwald fühlen wir uns nicht. Die Wege sind relativ breit, der Welt ein Mischwald. Wir sind beide müde, wollen ankommen und haben keine große Motivation mehr weiterzulaufen. Daher überlegen wir, ob wir nicht vor dem Etappenziel einfach unser Lager aufschlagen. Wir finden jedoch keine Stelle oder Hütte, die uns zusagt und entscheiden uns deshalb doch bis Dobel (=Etappenziel) zu gehen und die 26km Etappe zum Ende zu bringen. In Dobel laufen wir erstmal direkt auf das Gelände von EC zu und überlegen uns, ob wir hier schlafen können, direkt am Waldrand auf einer großen Wiese. Aufgrund des schönen Wetters sind aber noch viele Leute unterwegs und wir wollen es etwas privater. Also weiter. Durch Dobel durch, ein wirklich charmantes Städtchen.
Wir durchqueren schon die 2. Pforte und gehen noch ein Stück aus dem Ort hinaus, dort finden wir eine kleine Hütte, die Tobi schon aus einem YouTube Video kannte. Als wir ankommen sind wir jedoch nicht die ersten, eine junge Italienerin möchte auch hier nach der ersten Westweg Etappe die Nacht verbringen. Also essen wir gemeinsam Abend, lernen uns ein bisschen kennen, Tobi macht ein Feuer für uns. Lily baut ihr Zelt auf und wir richten unseren Schlafplatz unter dem Vordach der Hütte ein, als schon im Dunkeln und mit Stirnlampen ausgerüstet zwei junge Männer den Weg entlang kommen. Sie überlegen nur kurz, ob sie noch weitergehen sollen und schlagen schließlich auch bei uns ihr Lager auf. So liegen wir zu 5. ums Feuer und schlafen nach insgesamt fast 30 Kilometer alle ziemlich schnell ein.
Ich habe einen muckelig warmen Schlafplatz dank Daunenwinterschlafsack und (PET-Flasche mit heißem Wasser) Wärmflasche. Ich habe tatsächlich nicht gefroren und sehr gut geschlafen. Am nächsten Morgen bin ich aber noch ziemlich verschlafen als Tobi früh aufwacht. Meine Füße tun zwar nicht mehr weh wie am Vorabend, aber ich habe bereits 5 Blasen. Dass ich schnell Blasen bekomme haben wir schon lang gemerkt, darum treffen wir schon viele Präventionsmaßnahmen: tapen, eincremen, spezielle Socken. Und immer wieder kriege ich wirklich schlimme Blasen. Ich bin total genervt und frustriert und kann so schlecht laufen, dass ich sogar eine Schmerztablette nehme. Nach einer Weile und vor allem wenn der Weg nicht mehr nur bergauf führt gewöhnen sich meine Füße an das Weiterlaufen, aber uns ist klar, dass wir das Tagesziel nicht schaffen werden.
Lily, die nach uns losgegangen ist, überholt uns bei einer wunderschönen Frühstücksrast. Was gibt es schöneres als eine Scheibe Brot, ein Stück Käse mit Senf und einen Apfel in der Natur bei wärmenden Sonnenschein und der Welt beim Aufwachen zuzuschauen. Hier mache ich auch meine Katzenwäsche und wechsle von den Schlafsachen in das Wanderoutfit. Die Stelle ist nur wenige Kilometer von der Hütte entfernt und ein toller Frühstücksplatz.
Wir holen Lily bei einer Panoramaliege ein, auf der sie es sich bequem gemacht hat. Von dort aus gehen wir ein Stück zusammen, bis zur nächsten Hütte, wo wir an einem tröpfelnden Brunnen unseren Wasservorrat auffüllen. Der Weg bisher war wunderschön, über enge märchenhafte Wege, farnbedeckter Waldboden und Felsen links und rechts. Ab dem Brunnen ca. ist der Weg nicht mehr ganz so toll, eher eine Wanderautobahn, wie mein Schwager sagen würde. Breite Kieswege und hohe Tannen und Hochmoor links und rechts. Ein fast heideähnliches und Nordschwarzwald typisches Naturbild. Ganz anders als der Schwarzwald bei uns im Süden.
Da wir nicht mehr so auf den Weg achten müssen und die Wege recht eintönig sind fällt mir das laufen wieder schwerer. Bei der nächsten Hütte essen wir zu Mittag, nach ca. 15km. Wir gehen danach noch bis zur nächsten Bushaltestelle und lassen die letzten 10km der Etappe 2 aus. Stattdessen machen wir ein Mittagsschläfchen im Wald bis der Bus kommt und fahren dann nach Gernsbach, [gehört nicht zur Westweg Route!!] wo wir uns erstmal ein Eis kaufen. Wir schlendern durch das Städtchen und essen es vor der schönen St. Jakobs Kirche.

Ein bisschen oberhalb der Stadt gelegen entdecken wir beim Eisessen ein großes Denkmal, ein Kriegsdenkmal, wie sich herausstellt, als wir dort ankommen. Auf der Mauer davor bereiten wir uns mit dem Gaskocher unser Abendessen zu und genießen die Abendsonne.

Im Wald direkt oberhalb bauen wir unseren Schlafplatz auf: Folie auf den Boden, Auffangschutz aufgrund von Gefälle am Fußende, Isomatten und Schlafsäcke darauf und fertig. Da die Mücken in der Dämmerung kommen, kuscheln wir uns schon in die Schlafsäcke und schlafen auch bald ein. Der helle Mond, der rutschige Untergrund und irgendwann auch der Wind wecken uns oft. Auch wenn ich gerne draußen schlafe, genau so froh bin ich auch immer wieder wenn dann endlich die Sonne aufgeht :) Da wird mir jedes Mal Gottes Gnade viel tiefer bewusst, als wenn ich in meinem muckeligen Bett aufwache.

hier sieht man unseren Schlafplatz 

Von hier fahren wir zurück nach Hause und machen noch einen Zwischenstopp zum Mittagessen im wunderschönen Freiburg. Wir sind zwar auf dem Westweg nicht so weit gekommen wie geplant, hatten aber ein wunderbares Ferien-Wochenende in der Sonne, das uns beiden (bis auf meine Blasen) so gut getan hat. Wir hoffen, dass wir bald die nächsten Etappen des Westwegs wandern können.


Hast du schon mal vom Westweg gehört? Bist du selbst schon mal einen Fernwanderweg gelaufen? Und vor allem: Hast du gute Tipps gegen Blasen? ;)

Love, 
Anni