Freitag, 10. November 2017

Everything falls into place


Wie die Blätter fallen, fallen gerade auch die Dinge aus unserer Wohnung weg (zum Glück nicht vom Balkon). Nach und nach füllen sich Kisten mit den Aufschriften „EBay“, „verschenken“, „behalten“ und „mitnehmen“. Es ist das totale Chaos, wie bei einem Herbststurm. Um an den Kistenstapel in der Ecke zu kommen muss ich über die Gästebettwäsche, den Staubsauger und einen Haufen mit aussortiertem Kram steigen. Ich will gerade erzählen, wie anstrengend das alles ist, als ich merke, dass es mir Spaß macht! Chaos macht mir nicht viel aus, ich weiß, dass es ein Übergangszustand ist und ich mag die Veränderung.
Mir gefällt unser sich leerendes Wohnzimmer, aus dem der Raclettegeruch gar nicht mehr rausgeht, da wir so viele Abschiedsbesuche haben, mit denen wir Raclette essen. 
Mir gefällt der leere Platz, wo die Mikrowelle stand, die nun nicht mehr mich, sondern meine Schwester mit wärmenden Rapskissen versorgt. 
Ich freue mich über den Abschied, auch wenn er schmerzt. Bittersweet ist so ein gutes, treffendes Wort. Wir lassen unser 1. gemeinsames Zuhause zurück. Unser durchgesessenes Sofa, auf dem ich fast alle Hausarbeiten geschrieben habe. Den Tisch, an dem gelacht, philosophiert und mein Daumen geheilt wurde. Die Küche, in der ich lernen durfte, eine Hausfrau zu sein, für meinen Mann zu kochen und Ratschläge von ihm anzunehmen (!). Unser grünes Chaoszimmer, das so viele liebe Freunde beherbergt hat. Das Bad ohne Fenster, das kleiner ist als unser kleiner Balkon, dem ich absolut nicht nachtrauern werde. (Dem Bad, nicht dem Balkon) 


Wir lassen Freunde zurück, die zur Familie geworden sind. Kinder, die wir ihr ganzes Leben lang kennen und lieben. Freunde, mit denen man 6 Stunden am Frühstückstisch sitzen kann. Freunde, mit denen wir auf Berge geklettert und im November in Seen gesprungen sind. Freunde, die wir schmerzlich vermissen werden. 

Aber sind es nicht diese schönen Erinnerungen und diese geliebten Menschen, die einen Abschied auch schön machen? Weil man weiß, man hatte eine gute Zeit an einem guten Ort mit guten Menschen. 


Ich wollte vor 2 Jahren schon gehen. Tobias hatte kein „Ja“ dazu, was mich damals fast verrückt gemacht hat. Jetzt bin ich dankbar! Die schönen Erinnerungen wären weniger gewesen und unser Wegzug wäre eine Flucht gewesen. Jetzt ist es keine Flucht, jetzt folgen wir einem Ruf, den wir beide in unsern Herzen gehört haben. 

Für eine Weile wird Neuseeland unser Zuhause sein. Bei YWAM werden wir eine Jüngerschaftsschule (DTS) mitmachen und Gott besser kennen lernen, seine Gegenwart genießen, uns selbst und uns gegenseitig in Ihm neu kennenlernen und neu definieren. 
Vieles spannendes und herausforderndes wartet auf uns am anderen Ende der Welt. 

Es fällt mir nicht leicht, hier alles loszulassen, aber die Freude auf das Abenteuer lockt und überwiegt. 
Wir hatten einen wunderbaren Start in unser gemeinsames Leben. Danke für jedes Wort, jede Ermutigung, jede Einladung, jede Umarmung, die dazu beigetragen hat, dass das Markgräflerland zu einem Stück Heimat für uns geworden ist, das wir vermissen und an das wir gerne zurückdenken werden. 

And everything falls into place. Thank you Jesus. 

Love, anni 

Mittwoch, 1. November 2017

Muskathlon: Break my heart

Spoiler: Nie habe ich so viele Männer weinen gesehen, wie beim Muskathlon [Fußballstadien betrete ich aus Prinzip nicht ;) ]

Weinen finde ich ganz wunderbar. Klar, manchmal ist es ganz schön unpassend, wenn die Tränen kommen. Ich kenne viele Frauen, die sich dafür schämen und entschuldigen, dass sie "Nah am Wasser gebaut sind".
Warum verstecken wir unsere Tränen so oft? Gott hat sie uns gegeben und er wird sich wohl etwas dabei gedacht haben :)
Auch Jesus weint... aus Mitgefühl ( = Compassion). Jesus ist überhaupt ein emotionaler Mensch gewesen, denke ich. Er liebt, weint, ist wütend, hungrig, ...
Ich glaube, wie Jesus, dürfen wir unsere Emotionen spüren, ohne uns davon kontrollieren zu lassen. Für dich scheint es vielleicht, als würde man die Kontrolle verlieren, wenn man Tränen zulässt. Ich denke, Tränen sind ein Ventil, das uns hilft, die Kontrolle nicht zu verlieren.

Während unserer Reise gab es immer wieder Momente, in denen mir die Tränen in die Augen stiegen. Wir haben ein traditionelles Dorf auf Sumba besucht, auf dem Foto oben seht ihr es. Die Situation war erst angespannt und komisch, als wir ankamen. Die Bewohner des Dorfes saßen in ihren Hütten, quasi auf der "Terrasse" und beobachteten, wie wir ankamen. Und wir beobachteten zurück und wussten nicht so richtig, was wir machen sollen. Ein Glück hatten wir Übersetzer dabei. Und Seifenblasen. Seifenblasen und Luftballons bringen Kindern hier so viel Freude. Und ein paar Tränchen helfen mir, den Kloß im Hals zu lösen und mich dann mit den Kindern zu freuen.

Die Menschen leben hier bewusst so, wie schon vor Hunderten von Jahren, es ist ein bisschen wie ein Freilichtmuseum und es ist auch gewollt, dass Besucher und Touristen kommen. Es gab gute Gespräche mit den Erwachsenen und viel Freude bei den Kindern, als wir alle ein bisschen aufgetaut sind. 

Die Hütten sind typisch für Sumba. In dem spitzen, hohen Dach ist ein Getreidespeicher. Das Grasdach muss einmal pro Jahr erneuert werden, was einen ganzen Tag dauert. Die Häuser sind aus Bambus gebaut und stehen auf Stelzen. Unter dem Haus wohnen häufig Tiere, z.B. Schweine. Das ist ziemlich praktisch, beim Kochen kann man die Abfälle einfach durch den Boden werfen und so die Schweine oder Hunde füttern :D Seht ihr auch die großen Steine, die aussehen wie riesige Steintische? Das sind Gräber. Häufig haben auch sie so ein spitzes Dach, extra nur für das Grab. Die Menschen glauben, das in dem spitzen Dach die Geister wohnen. Auf der Steinplatte werden Opfer dargebracht. 


Ich bin froh, als wir wieder gehen. Hier ist eine ganz andere Stimmung als im Compassion Projekt, das wir danach besuchen. Obwohl es Spaß gemacht hat, mit den Kindern zu spielen, ist eine gewisse Hoffnungslosigkeit nicht zu leugnen. Sie liegt in der Luft. Stille Schreie nach Hilfe, die mich verfolgen. "Jetzt bist du hier. Aber wenn du wieder gehst ist alles so wie vorher."
Die Kinder sind so leicht zum Lachen zu bringen hier, wie der Junge oben mit dem blauen länglichen Luftballon. Die Kinder laufen hier mehr mit, es kommt selten vor, dass Erwachsene mit ihnen spielen oder Späße machen. 

Abends ist mein Herz schwer. Die Tage sind voll und anstrengend, da wir viel Programm und wenig Schlaf haben. Gut, dass im Muskathlonprogramm immer wieder eine Zeit eingeplant ist, in der wir Gott loben und ihm danken, für all das Gute, was er tut. Denn das tut er!
Dabei singen wir gleich am ersten Tag das Lied "Hosanna" von Hillsong.


Show me how to love like you have loved me
Break my heart for what breaks yours
Everything I am for your kingdom's cause

(Zeig mir so zu lieben, wie du mich liebst
Lass mein Herz brechen an den Dingen, die dein Herz zerbrechen
Mein Alles für dein Königreich)

Mein Herz scheint wirklich zu brechen. Und ich bin nicht mal ansatzweise so weit, dass ich verstehe, was Gottes Herz alles zerbrechen lässt. Alles was ich heute gesehen habe, Ungerechtigkeit, falsche Verteilung von Gütern, Gewalt, Hoffnungslosigkeit, Gleichgültigkeit, Unterernährung,... das liegt mir auf der Brust und scheint mein Herz zerspringen zu lassen.

Doch ich weiß: Gott macht aus Kaputtem etwas Wunderschönes. Aus meinem zerbrochenen Herzen hat er ein wunderschönes Mosaik gelegt. Und noch besser: David schreibt in Psalm 51: "Schaffe in mir ein reines Herz!" Das Wort das für "schaffen" genutzt wird heißt "bara" und das beschreibt eine Tätigkeit, die nur Gott ausführen kann: aus dem Nichts etwas zu Schaffen, so wie in der Schöpfungsgeschichte. 

 Lieber Herr, ich gebe dir alles hin was ich habe, mein Herz. Auch wenn es nicht viel ist. Du kannst aus Nichts Alles machen. Lass mein Herz brechen an den Dingen, die dein Herz zerbrechen. Break my heart for what breaks yours. Das ist wichtig. Das ist unser Auftrag. Du darfst mein Herz gestalten und neu machen. Danke, dass du es besser weißt als ich, was ich brauche. Und danke, dass du es mir zur richtigen Zeit gibst.


Love,
anni


Samstag, 28. Oktober 2017

Wie war es???

"Wie war es denn??"
Diese Frage hört wohl jeder, wenn er aus dem Urlaub kommt.
Und antwortet ungefähr so: "Wunderschön, tolles Wetter, lecker Essen, schöne Zeit mit der Familie."
Zumindest im Idealfall fällt die Antwort so aus.

Aber wir waren nicht im Urlaub.
Wir waren beim Muskathlon. Meine kurze Antwort auf "Wie war es??" sieht ungefähr so aus:
"Extrem! Anstrengend! Wunderbar und total gesegnet! Wenig Schlaf, viele Kinder, viele Begegnungen und viel schöner als erwartet!"

Diese Antwort wird dem Muskathlon aber in keinster Weise gerecht. Muskathlon ist so viel mehr als "anstrengend, aber gute Begegnungen".

Vielleicht reicht dir trotzdem die Kurzversion der Antwort. Vielleicht würdest du aber auch gerne mehr wissen?
Ich erzähle euch gern vom Muskathlon, aber dafür brauche ich ein bisschen Zeit. Und am besten kann ich euch erzählen, wenn ich weiß, welche Fragen ihr habt :) Also, schreibt mir doch einfach:
Was interessiert euch? Was versteht ihr noch nicht?

Love,
anni

Freitag, 27. Oktober 2017

Vom Anfang bis zum Ende

Es ist ein Ende in Sicht. Das Ende unserer Zeit hier im Markgräflerland. 5 Jahre haben wir hier gewohnt. Jetzt ist Ende.
Und wir sind uns ganz sicher: vom Anfang bis zum Ende war Gott dabei!

Vom Anfang bis zum Ende
hält Gott seine Hände
über mir
und über dir

Ja, er hat es versprochen,
hat nie sein Wort gebrochen.
Glaube mir,
ich bin bei dir!

Immer und überall
Immer und überall
Immer bin ich da!

Dieses Lied haben wir auch bei den Springmäusen gesungen, in der Krabbelgruppe, die ich 2 von den 5 Jahren hier geleitet habe. 
Auch hier ist ein Ende für mich gekommen und wir haben meinen Abschied gefeiert. 
Gott hat alles gut geregelt und es gibt eine Nachfolgerin, die viel Liebe und gute Ideen hat, wie es weitergehen wird. 
Also haben wir gefeiert. Mit Kuchen und allem was dazu gehört. Auch Geschenke gab es. 
Ich wurde sehr reich beschenkt! Ein Mädchen fragte, ob ich Geburtstag habe. Aber nein, auch zum Abschied bekommt man manchmal Geschenke :) Und ich hatte auch ein Geschenk für die Kinder.


Jedes Kind bekam in einem Rahmen ein Lettering mit dem Anfang des Liedes. Ich habe es für euch ein bisschen verändert, dass ihr es auch nutzen könnt. Für die Springmaus-Kinder hatte ich noch ein Bild von einer Maus drauf und einen kleinen Text,  außerdem den Namen des Kindes und unterschrieben mit meinem Namen. 

Es ist eine kleine Erinnerung an eine Zeit, an die die meisten sich nicht aktiv erinnern werden. Viele von meinen Springmauskindern sind erst zwei geworden oder sogar noch unter zwei Jahren. Und ich begleite sie seit sie 4 Monate alt sind. Also quasi ihr ganzes Leben. Ein unglaubliches Geschenk für mich und ich bin wirklich traurig, dass hier ein Ende für mich ist.

Love,
anni

Dienstag, 3. Oktober 2017

Vereint.

Heute ist ein besonderer Tag für uns. Tobias letzter Arbeitstag, bevor wir die Reise nach Indonesien zum Muskathlon antreten.
Ich habe heute ein bisschen länger geschlafen, als sonst. Tobias ist schon lange bei der Arbeit, als ich aufstehe. Ein kurzer Blick in mein Handy und mir wird klar, dass heute nicht nur für uns ein besonderer Tag ist. Sondern für ganz Deutschland. Heute ist Tag der deutschen Einheit.
Ein Feiertag in Deutschland. Aber niemand, den ich kenne, feiert diesen Tag. Außer meine Schulfreundin Anna, die heute Geburtstag hat. Happy Birthday, Anna. Und Happy Birthday, Deutschland! Ihr seid ja fast gleich alt. Deutschland ist zwei Jahre älter als Anna und ich. Wir kennen nur ein vereintes Deutschland.
Und obwohl jeder Schüler über die Einheit (aber eigentlich viel mehr über die Trennung) Deutschlands lernt, sollten wir eigentlich Bescheid wissen. Aber tun wir das?
Zumindest nicht emotional. Als ich heute morgen das Video der Bundesregierung auf Facebook sah, kamen mir die Tränen. Ich weiß nur aus Erzählungen, wie es ist, in diesem getrennten Deutschland zu leben. Ich weiß nur so ungefähr, was meine Eltern fühlten und dachten, als die Mauer fiel. Ich weiß nur so ungefähr, was es für meine Großeltern bedeutete. Ich kann nur erahnen, welche Freude und welche Liebe in der Luft gelegen haben mussten!
Und doch ist es so natürlich. Vereint zu sein ist doch viel schöner, als getrennt. Zu zweit ist es besser, als allein. Gott hat uns für Gemeinschaft und für Vereinigung gemacht. Für Zusammenhalt und für gemeinsame Projekte und Leidenschaften.
Gott hat uns dafür gemacht, Gemeinschaft zu haben. Trennungen widersprechen doch zutiefst dem, was wir eigentlich tief in uns wollen. Ist eine Trennung nicht belegt mit Urängsten? Die Trennung von der Mutter, von den Eltern, die Trennung der Eltern, später die Trennung vom Partner oder den eigenen Kindern? Selbst als Erwachsene haben wir Angst, unsere Eltern zu verlieren. Wir leben mit dieser Urangst, weil Gott uns für Gemeinschaft gemacht hat! Wir sind nicht dazu gemacht, allein zu sein. Gott sagt: "Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist."
Gleichzeitig tragen wir ein Bedürfnis nach Freiheit in uns. Auch diese Freiheit will Gott uns schenken. Und wir dürfen in Freiheit leben, in unserem Land.

"Wir wollen in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt dienen", wurde vor 27 Jahren über Deutschland gesagt. Tun wir das auch heute! Lassen wir Deutschland "im Glanze seines Glückes blühen", in ALL SEINER VIELFALT. Lassen wir uns bereichern, von wunderbaren Menschen, die auch in Deutschland wohnen möchten. Die Freiheit erleben möchten und Gemeinschaft. Ist ein Garten nicht viel schöner, wenn viele verschiedene bunte Blumen blühen?

Ich weiß es nicht, aber vielleicht weißt du noch, wie es ist, in einem Land zu leben, das dich durch eine Grenze von deinen Lieben trennt.
Vielleicht weißt du noch, wie es ist, in einem Land zu leben, das kontrolliert wird und in dem du Mangel leidest.
Vielleicht weißt du noch, wie es ist, in einem Land zu leben, in dem du Angst hast und deine Meinung nicht äußern darfst.

Ich sehe keine Grenzen. Nur Schönheit. 
Ich weiß es nicht. Und ich will es mir auch nicht vorstellen. Und ich wünsche es niemandem, in solch einem Land zu leben.
Aber wie kann man in 27 Jahren vergessen, wie schön es ist, vereint zu sein und plötzlich anderen verwehren zu wollen, dazuzugehören? Spüren wir noch etwas davon, dass Deutschland dem Frieden der Welt dienen möchte? Welchen Beitrag trage ich dazu bei?
Und warum feiern wir diesen Feiertag nicht? Eine Einheit ist etwas wunderbares. Und ich werde sie heute feiern.

Love,
Anni

Dienstag, 5. September 2017

Ein Brief an Mich mit Kinderwunsch

Ein kurzes Wort vorweg. Dieser Brief ist an mich gerichtet. Vielleicht kann er dir in einer schwierigen Zeit auch helfen, das würde mich freuen :)
Der Anlass ist unser heutiger 5. Hochzeitstag (standesamtlich). Wir werden am Samstag unsere 5-Jährige Ehe feiern, unsere Holzhochzeit. Ich habe aber auch gelesen, dass der 5. Hochzeitstag unterschiedliche Namen hat. Wenn ein Paar schon Kinder hat, dann ist es die Holzhochzeit, hat das Paar noch keine Kinder, so wird der 5. Hochzeitstag auch Ochsen- oder Gummihochzeit genannt... Finde ich persönlich lustig, aber auch idiotisch. Nicht jedes Paar ist nach 5 Jahren gewollt noch kinderlos. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, mit der Familienplanung noch zu warten und sind beide glücklich so. Aber nach 5 Jahren regen sich dann doch auch neue Gefühle. Und bevor ich einen unstillbaren Kinderwunsch habe, von dem ich schon oft gelesen habe und der für eine Ehe sogar zu einer Belastung werden kann, habe ich mich entschieden, diesen Brief zu schreiben, aus Gottes Perspektive an mich. Ich weiß nicht, ob er mir helfen wird, ob ich wirklich so fühlen würde. Aber es schien mir richtig, ihn so zu schreiben. Ich freue mich auch über Feedback von Frauen mit Kinderwunsch :) 

Love,
Anni


Liebe Annika,

Nie hättest du gedacht, dass du jemanden so vermissen kannst, den du noch gar nicht kennst, den es noch nicht einmal gibt auf unserer Welt. Aber in deinem Herzen, in deinen Gedanken, da gibt es ihn schon: ein kleines Menschlein, nach dem du dich sehnst. Nicht nur ein Kind, sondern dein Kind. Dein und Tobias Kind. Die perfekte Mischung aus deinem Liebsten und dir. Ein Wunder, ein Geschenk von mir, das eine neue, ungekannte Freude in eure Leben bringen wird. Voller Sehnsucht wartest du darauf, dass ich euer Kind zu euch schicke.
Das ist okay. Deine Gefühle sind okay. Du bist okay! Dieser Wunsch wurde von mir tief in dir verankert. Eine Mama zu sein wird dich an deine Grenzen bringen, dorthin, wo du auf meine Liebe, Gnade und Stärke angewiesen bist. Es wird dir gefallen. Du wirst mich noch besser kennenlernen. Du wirst mein Vaterherz besser verstehen können. Ich wünsche mir, dass du dieses Glück erleben darfst, dass du eine Mama sein kannst. Jedes Kind ist ein Geschenk von mir. Ich schaffe und liebe jedes Kind. Auch dein Kind.

Du bist auch mein Kind, meine Prinzessin, Annika! Und ich weiß, wann ich dich beschenken will. Ich kenne deine Sehnsucht - nach Tritten in deinem Bauch, nach einem Babylächeln, nach dem ersten "Mama". Du sehnst dich nach Familienglück, nach einer Bestimmung.
Aber mein geliebtes Kind, ich sage dir: ein Kind füllt deine Arme und dein Herz, aber nur ich erfülle dich ganz und dauerhaft. Kein Mensch ist dafür verantwortlich, dass es dir gut geht. Hol dir was du brauchst und wünschst bei mir. Tanke auf in meiner Liebe und Geborgenheit.
Liebe mich und liebe deinen Mann. Vernachlässige ihn nicht, beschuldige ihn nicht, dränge ihn nicht. Ihr seid im selben Boot, auf einer Seite. Ihr kämpft im gleichen Team. Er ist da! Vergiss ihn und seine Liebe für dich nicht über den Wunsch nach einem Menschen, auf den du noch wartest.

Ruhe in mir. Ich schenke dir Frieden und Hoffnung. Ich habe gute Pläne für dich und deine Familie. Ich kenne und sehe alle Dinge, die um dich herum passieren.
Ich sehe deine wehmütigen Blicke, die jede Schwangere verfolgen; deine Tagträume, während du durch die Babyabteilung schlenderst; deine Gedanken, wenn du ein Baby weinen hörst und es niemand tröstet.
Und ich fühle mit dir.
Keiner versteht dich besser als ich, denn auch ich sehne mich nach meinen Kindern.

Die Liebe ist geduldig. Die Liebe ist nicht eifersüchtig, sondern freut sich für andere. Die Liebe hört niemals auf.

Ich sehe die Liebe, die du in dir trägst und verschenken möchtest. Es ist gut so. Ich habe dich so gemacht. Mit einem liebevollen Mutterherz. Und du wirst eine Mutter sein. Hab Geduld und lebe, mein Kind. Im Jetzt. Alles hat seine Zeit. Gib mir deinen Schmerz.

Ich liebe dich.
Dein Vater, der allmächtige Gott

Freitag, 1. September 2017

CousinCousinenTage

Es sind Sommerferien in Baden-Württemberg.
Meine Schwester und ich haben einen Cousin und eine Cousine, die wir nur selten sehen und die erst 11 und 13 Jahre alt sind. Als wir noch jünger waren und sie Kleinkinder haben wir uns öfter gesehen, ich habe beide bereits als Säuglinge auf dem Arm gehabt und lieben gelernt :) Aber mittlerweile haben wir wenig Kontakt und wenig Bezug zueinander.

Darum haben wir beschlossen, die beiden ein paar Tage einzuladen um sie besser kennen zu lernen und eine gute Zeit mit ihnen zu verbringen!

Und was für eine gute Zeit wir hatten!
Am Nachmittag, als sie ankamen, gab es Eis und Pizza und abends eine Filmnacht. Davor haben wir gemeinsam T-Shirts bemalt. Ich war mir so unsicher, ob sie das gut finden würden, aber vor allem meine Cousine ist richtig darin aufgegangen, hat betont, wie gut es ihr gefällt und wollte es gar nicht mehr ausziehen. Sie war so stolz auf ihr selbst designtes Regenbogen-Forellen-T-Shirt. Damit haben die beiden sich über 1.5h beschäftigt!

Am nächsten Tag sind wir nach Gutach zur Sommerrodelbahn gefahren. Die kann ich nur empfehlen! Eine tolle Abfahrt und viel Spaß! Mit einer vierköpfigen Familie (2 Erwachsene, 2 Kinder waren wir ja auch) kommt man mit 25€ gut hin, dann kann jeder 3 Mal fahren. Wir haben unterschiedliche Konstellationen ausprobiert, auch die Kinder durften schon zusammen fahren (ab 8). In der Nähe ist auch das Vogtsbauernhof Freilichtmuseum, das hat die großen Kinder allerdings mehr interessiert als die kleinen ;) Deshalb sind wir nach einem Picknick mit der übrigen Pizza wieder heimgefahren.
Nachmittags sind wir dann zusammen mit Marinas Freund los zum Abenteuergolf. Was für ein Spaß. Ich bin wirklich grottenschlecht im Minigolf und zu 5. wird es auch schnell mal langweilig, wenn man lange warten muss, bis man wieder dran kommt. Aber das war wirklich kurzweilig und die Kinder konnten zwischendurch auf dem Spielplatz toben, der mitten im Golfplatz liegt. Außerdem gibt es an den verschiedenen Bahnen auch Aufgaben zum Werfen von Golfbällen und Frisbeescheiben oder Fußballschießen mit Geschwindigkeitsmessung, ohne Golfschläger. Die letzte Bahn besteht darin, dass man eine Plastikkuh melken muss. Auch mal eine lustige Sache. Insgesamt waren die 18 Bahnen kurzweilig zu spielen und wirklich eine gute Zeit.
Der Park in Gengenbach ist wunderbar, die Emus und Ziegen waren schon ein gutes Programm, wir hätten uns eigentlich den ganzen Tag hier aufhalten können :) Und ein super Spielplatz mit Bach, der auch älteren Kindern Spaß macht, ist auch da.
Abends schauten wir den Film aus unserer Kindheit "Schweinchen Babe" :)
Den nächsten (heißen!) Tag verbrachten wir im Schwimmbad, bis die Kinder nachmittags wieder abgeholt wurden.
Es war eine kurze aber intensive Zeit, die wir alle sehr genossen haben.
Wenn du jüngere Cousins hast oder Nachbarskinder oder entferntere Verwandte. Oder Nichten und Neffen. Oder Freunde von deinen eigenen Kindern. Oder eigene Kinder ;) Investiere in sie! Hab eine gute Zeit mit ihnen! Zeig ihnen, was Liebe ist und was Spaß ist. Wie man sich draußen beschäftigen kann ohne Smartphone in der Hand. Oder spiel mit ihnen ihr Lieblingsspiel auf dem Smartphone. Ist auch mal erlaubt. Jetzt ist die Zeit, wo die Teens und Kinder uns "cool" finden. Ich weiß nicht genau, ob man cool noch sagt :D Aber jetzt ist die Zeit, wo wir investieren können. Lasst es uns nutzen und Reich Gottes auf die Erde bringen. Das kann eine Ermutigung sein, ein "Das hast du wirklich toll gemacht", ein "Ich bin stolz auf dich", eine Umarmung oder einfach die Tatsache Zeit zu verschenken. Das kann ein Psalm am Morgen und ein Gebet vor dem Einschlafen oder vor dem Essen sein. Probiere es einfach mal, verschenke dich, sei präsent, investiere, schenke Zeit. Es ist so gut und macht so Spaß! Ich hatte wirklich gute und tolle Tage!
Wie investierst du dich in die nächste Generation?
Love, Anni