Donnerstag, 12. Januar 2017

Die Ameisen-Meerschweinchen-Geschichte

Kennst du die Ameisengeschichte? Das erste Mal hörte ich sie vor 13 Jahren bei JesusHouse von Torsten Hebel. An Weihnachten erinnerte Tobias Mama mich an die Geschichte.
Es geht darin um einen kleinen Jungen, der ein Ameisenvolk vor der Zerstörung retten möchte. Da er keine Möglichkeit hat, den Ameisenhaufen von seinem Platz im Wald, der abgeschlagen werden soll, wegzubewegen, möchte er die Ameisen warnen. Er versucht es, indem er einen großen Stein auf den Ameisenhaufen wirft, doch die kleinen Tiere verstehen seine Botschaft nicht. Deshalb wünscht er sich, selbst eine Ameise werden zu können, dass er mit den Insekten in ihrer Sprache kommunizieren und sie warnen kann.

Die Geschichte ist ein Bild für die tiefe Liebe Gottes, die Jesus dazu veranlasst hat, auf unsere Welt zu kommen.

Und Anfang dieser Woche konnte ich ein klitzekleines Stückchen dieser Liebe nachspüren. Denn ich musste mit meinem Meerschweinchen Bärbel zum Tierarzt. Sie hatte eine wunde Stelle auf dem Rücken, ungefähr so groß wie ein 10 Cent Stück, und ich wusste einfach nicht, was es ist. Es war ziemlich geschwollen, sonst schien es ihr aber gut zu gehen. Aber sicher ist sicher. Ich schnappte mein Schweinchen, packte es in einen Korb mit Decken und Stroh, bei den kalten Temperaturen, die sie nicht gewohnt ist, hat sie vielleicht trotzdem gefroren. Die ungewohnten Geräusche und das Geschaukel im Auto, der Hundegestank Hundegeruch beim Tierarzt und schließlich die Tierärztin, die ihr die verstopfte Talgdrüse (also gar nicht so schlimm...) ausdrückte, ließen vor Angst ihren ganzen Körper beben. Und ich musste sie festhalten. Ich redete auf sie ein, aber das kleine Tierchen hatte so eine riesige Angst. Das hat mir so im Herz weh getan und ich wünschte mir nichts mehr als dass ich ein Meerschweinchen werden könnte, um Bärbel in ihrer Sprache zu sagen, dass alles gut wird und ich nur das Beste für sie will. Dass wir gleich wieder nach Hause gehen, wo ihre Schwester Erna wartet und es schön warm ist und dass sie ganz gesund ist.
Aber ich konnte es nicht. Ich konnte nur ihren kleinen zitternden Körper festhalten und mit ihr mitleiden (an dieser Stelle dachte ich, wie soll das bloß mit Kindern werden o.O).

Und Bärbel ist nur ein einziges kleines Meerschweinchen. Wie sehr sehnt sich Gott wohl nach uns, wenn mein Herz schon vor Liebe für so ein kleines Nagetier schmerzen kann?
Unendlich. Und deshalb hat er uns Jesus geschickt, deshalb haben wir den heiligen Geist empfangen, dass wir Beziehung leben dürfen, mit unserem herrlichen, großen, liebenden Gott!

Ich möchte dich ermutigen, diese Beziehung auch zu pflegen und mit ganzem Herzen zu führen. Gott ist gut und er ist die Liebe selbst!

Love,
Anni




Und hier jetzt noch für die, die es interessiert, die ganze Ameisengeschichte :)
Leider weiß ich nicht von wem sie verfasst wurde. Wer es weiß, darf sich bitte bei mir melden!

Eines Tages war der alte Lord mit seinem Sohn in den Wald gegangen. Sie schritten zwischen den mächtigen Bäumen hindurch. Der Lord hatte beschlossen, alle fällen zu lassen. Schon bald würde man hier das Klingen der Äxte und die Rufe der Arbeiter hören.
Dieser Wald hatte seine Zeit gehabt. Alles würde hier neu werden.

Der Sohn war vor einem Ameisenhaufen stehen geblieben. Interessiert beobachtete er das emsige Treiben der kleinen Tierchen. Alle waren sehr beschäftigt. Einige schleppten Tannennadeln, andere Steinchen, die größer waren als sie selbst. Wieder andere liefen nur hin und her und man konnte nicht erkennen, was ihre Aufgabe war.
„Was wird mit den Ameisen hier passieren?“
Der Sohn sah zu seinem Vater auf.
„Auch für sie wird es ein Ende haben, wenn wir den Wald schlagen.“ „Aber das müssen wir ihnen doch sagen!“
Der Lord lächelte. „Ihnen sagen?!
Wie wollen wir den Ameisen sagen, dass es mit dem Wald und mit ihrer kleinen Welt, mit ihrem Ameisenhaufen, zu Ende geht?“
„Ich weiß es!“, rief der Junge aufgeregt.
Er hatte einen großen Stein entdeckt, den er hochhob und mitten in den Ameisenhaufen fallen ließ.
„Was tust du da!“, rief der Lord. „Du zerstörst ja alles!“ „Nicht alles. Ich weiß, es ist eine Katastrophe für sie. Aber ich muss ihnen doch irgendwie sagen, dass Gefahr besteht!“
Auf dem Ameisenhaufen war inzwischen die Hölle los.
Wie sinnlos liefen die kleinen Tiere hin und her. Der Stein war tief in den Ameisenhaufen eingesunken. „Ich bin gespannt, was jetzt passiert“, interessiert beobachtete der Junge die Tiere. „Komm lass uns weitergehen“, drängte der Lord.
„Auf dem Rückweg können wir hier noch einmal vorbeikommen.“

Zögernd ging der Junge mit. Als die beiden nach geraumer Zeit wieder zum Ameisenhaufen kamen, hatte sich die Aufregung dort schon gelegt. Von den Zerstörungen war kaum mehr was zu sehen. Der Stein war eingebettet in die Ameisenwelt.
Das Ameisenleben ging wieder seinen gewohnten Gang. „Sie haben nichts begriffen!“, rief der Junge aus.
„Alles ist wie vorher!“
Nach einer Weile meinte er leise: „Wahrscheinlich müsste ich eine Ameise werden, damit sie verstehen, was ich ihnen sagen will.“
Der Lord sah ihn fragend an.
„Ich müsste ganz klein werden. Einer von ihnen. Müsste ihre Sprache sprechen, in ihrer Welt leben.“ „Ja“, der Lord nickte. „Das wäre wahrscheinlich die einzige Möglichkeit. Aber ob sie dir dann glauben würden?
Ob sie dir glauben, dass du mein Sohn bist, und ob sie dir glauben, dass du weißt, was mit dem Wald und mit ihrer kleinen Welt passiert?“ „Man müsste es versuchen“, sagte der Junge.
„Man müsste es versuchen“, nickte der Lord.

Donnerstag, 5. Januar 2017

Privatsache Ehe


Das Jahr Zweitausendsiebzehn haben wir mit unseren Trauzeugen begonnen. Wie immer, wenn wir Zeit zu Viert verbringen, wollen wir Jesus bewusst in den Mittelpunkt stellen.
Wir reden über unsere Ehen, über unsere Träume, feiern unsere Erfolge und trösten uns bei Schwierigkeiten.
Gute Freunde, die unsere Herzen so gut kennen, sind Gold wert und ein wahrer Segen.

Für das neue Jahr haben wir uns jeweils zu zweit Ziele und Vorsätze aufgeschrieben, die wir als Ehepaar erreichen wollen.
Außerdem haben wir uns für unsere Freunde, und sie sich für uns, einen weiteren Vorsatz überlegen dürfen. 


Wenn man anderen Menschen erlaubt, in das eigene Leben Einblick zu erhalten und hineinsprechen zu dürfen, kann dabei etwas wunderschönes entstehen. Ein anderer Blickwinkel, der Korrektur ermöglicht und ermutigt, bremst oder abstaubt.
Natürlich muss man selbst abwägen, ob man das Gesagte annimmt oder nicht, ob es stimmt und passt, oder eben nicht.
Aber dort, in der durch Lichterketten erleuchteten, gemütlichen und vertrauten Wohnung unserer lieben Freunde fällt es uns nicht schwer, unsere Herzen zu öffnen und ehrlich zueinander zu sein. Wir wissen, dass wir geliebt werden und dass dieses Paar Gutes für uns will. Und wir auch für sie. Wir fragen Jesus, was für das andere Paar dran ist und auf dieser Basis machen wir unseren Vorschlag oder geben unseren Rat.

Zu glauben, dass man es allein, bzw. zu zweit schaffen muss, finde ich schwierig. Ich brauche die Beziehung und den Austausch mit anderen, um besser zu verstehen, wie Ehe funktionieren kann. Das ist so bereichernd. Warum haben wir Angst davor, die Hilfe von Freunden oder Familie anzunehmen? Warum scheuen wir uns davor, einen Therapeuten oder Berater um Rat zu fragen und versuchen lieber, uns selbst durchzuschlagen? Weil wir erwachsen sind und unsere Ehe nur uns beide etwas angeht?
Ich finde es eher erwachsen, sich einzugestehen, dass wir keine Einzelkämpfer sind. Nicht nur die Beziehung mit unserem Ehepartner brauchen wir, sondern auch zu anderen Menschen und zu unserem Schöpfer. Gott hat uns für Beziehung geschaffen, da er in sich Beziehung ist und wir nach seinem Ebenbild gemacht sind. Trotzdem - obwohl wir für Beziehung gemacht sind - leben wir in einem Lernfeld. Und ich will nicht krampfhaft versuchen mich durchzuboxen, sondern ich will das Lernen genießen.
Foto c Hendrik Gassmann
Kinder lernen durch Beobachten, Imitation und Ausprobieren. Wenn ich nur rein theoretisch über Beziehungen nachdenke, werde ich nichts dazulernen.
Darum ist es meinem Mann und mir wichtig, uns mit anderen auszutauschen, ihren Umgang miteinander zu beobachten und auch von Paaren lernen zu dürfen, die schon lange verheiratet sind.
Und schließlich sind Trauzeugen auch nicht dafür da, dass man an der Hochzeit so tolle Bilder mit ihnen machen kann wie ihr hier seht, sondern dass sie die Ehe und das Leben begleiten.

Das wichtigste dabei, wenn man Menschen in sein Leben oder in seine Ehe sprechen lässt ist, dass es in Liebe geschieht und dass man selbst die Freiheit hat zu bestimmen, was zutrifft.

Wie denkst Du darüber? Ist Ehe Privatsache? (Das lässt sich übrigens auch wunderbar auf die Kindererziehung anwenden...)
Ich wünsche Dir, dass du auch so gute Freunde findest, wie wir sie haben dürfen.

Love,
Anni

Mittwoch, 4. Januar 2017

Gesegnetes neues Jahr!


Das neue Jahr liegt ausgebreitet vor uns, weiß wie eine große Leinwand und wartet nur darauf, gestaltet zu werden.
Ich liebe den Zauber der ersten Januarwoche. Alles scheint möglich zu sein. Ich überlege mir, welche Orte ich dieses Jahr sehen möchte, welche Menschen ich treffen will und was ich alles erreichen kann. Ich denke an den Muskathlon im Oktober, der mir noch eeeeewig weit weg erscheint oder an den Frühling, auf den ich mich schon so freue. Oder zuallerst mal an den Schnee, den ich mir sehr wünsche.
Überlegungen, wie lange wir noch in dieser Wohnung leben werden und ob 2017 uns eine neue Heimat schenken wird geistern durch meinen Kopf.


Das alles bringe ich zu Papier und vor meinen Gott. Denn er weiß schon, was kommen wird und das beruhigt mich und gibt mir Frieden und Sicherheit.
Ich schreibe mir meine Vorsätze auf. Nicht nur an Neujahr, aber auch dann, denn es ist ein prima Zeitpunkt, um Entwicklungen festzuhalten und sich selbst zu überprüfen. Ganz ohne Druck und in der Gnade Jesu.

Ich wünsche Dir ein frohes und gesegnetes neues Jahr. Dass Gott dich durchträgt und hält und dir in vielen großen und kleinen Wundern seine Gnade und Liebe vor Augen malt und ins Herz schreibt.

Love, Anni

Donnerstag, 22. Dezember 2016

Advent im Herzen

Meine Lieben,

Im letzten Monat war es sehr sehr still. Vielleicht als Kontrast zu dem Adventskalender letztes Jahr im Dezember hatte ich dieses Jahr so gar keine Idee und Lust, etwas zu posten. Und jetzt sitze ich hier auf meinem Sofa, aufgrund einer fiesen Hautkrankheit schon früher in die Weihnachtsferien entlassen, und lese. Schon die Einleitung von dem Buch auf meinem Schoß, 66 Liebesbriefe, rührt mein Herz an. Ideales Last-Minute-Weihnachtsgeschenk! :)
Lawrence Crabb schreibt (und mein Mann hat es bereits unterstrichen):

"Je älter ich werde, desto mehr glaube ich daran, dass genau jetzt, mitten in dem Gemisch von Gutem und Schlechten, welches in der kleineren Geschichte eines jeden von uns vor sich geht, eine größere Geschichte erzählt wird, und zwar eine richtig gute. Nur haben wir die Geschichte völlig verdreht. Wir haben die Handlung verändert, um darin Platz für unser Leben zu schaffen, wie wir von unserer begrenzten Perspektive aus gerne möchten, dass es ablaufen soll. (...) Wir alle verändern die Handlung des Lebens in ein Drama, das die Sehnsüchte unseres Herzens - nach Intimität, Respekt, Erfüllung und einem behaglichen Leben - schneller befriedigt, als es im ursprünglichen Skript vorgesehen ist. Die Auswirkungen sind katastrophal." (Crabb (2009), 66 Liebesbriefe, S. 23)

Ich erzähle euch davon, weil es mit der Stille hier zusammenhängt.
Meine Geschichte ist klein. Ich fühle mich unbedeutend und habe nichts interessantes zu erzählen.
Natürlich könnte ich euch weitere Last-Minute-Weihnachtsgeschenke aufzählen, ich könnte euch auch davon berichten, wie sehr mein neuer Beruf als Erzieherin mir Freude macht oder dass es ganz schön schwierig für mich ist, meinen Haushalt nebenher überhaupt zu führen. Ich könnte euch von meinen kleinen Versagens-Erlebnissen und den Freuden im Alltag erzählen und wie Gott mir seine Hand hinstreckt um mir zu helfen. Oder wie ich nach der Arbeit bei der Kirche angehalten und den Anblick genossen habe.
Das sind sicher alles gute Blogbeiträge, die ich auf anderen Blogs gerne lese. Aber hier bei mir fühlt sich das alles so unbedeutend und nicht nennenswert an. Was daran ist wichtig für euch zu wissen? Warum sollte ich hier etwas schreiben bzw. nicht schreiben? Ähnlich geht es mir auch auf Instagram. Zeige ich einfach nur tolle Bilder oder will ich immer eine tolle Botschaft dazu schreiben?
Dazu musste ich mir erstmal klar darüber werden, was das Ziel von meinem Blog (und Instagram) überhaupt ist. Am Anfang meines Blogs war mir das wahrscheinlich selbst noch nicht so klar. Aber jetzt schon:

Das Ziel dieses Blogs ist es, zu inspirieren und ein kleines Stück von der großen Liebesgeschichte Gottes zu erzählen.

Das kann ich nur tun, indem ich erstmal selbst die Perspektive für Gottes große Liebesgeschichte, in der sich meine eigene Kleine einfügt, besser verstehe. Und diese Perspektive hat mich grad ein bisschen umgehauen. Einfach so, auf meinem Sofa, zwei Tage vor Weihnachten. Und ich wollte euch unbedingt davon erzählen und Teilhabenlassen. Auch dafür ist ein Blog da. Einblick in ein anderes Leben, in eine andere kleine und unbedeutende Geschichte, aber mit dem Wissen: "Hey, wir gehen zusammen auf ein größeres Ziel zu".
Ein Knoten ist geplatzt und die Ideen sprudeln wieder nur so in meinem Herzen herum. Jetzt würde ich euch gerne noch meine kleinen Geschenkideen zeigen oder mehr über den Advent schreiben. Ich könnte noch einen Monat bis Weihnachten füllen, aber nun sind es nur noch zwei Tage.

Und ich freue mich trotzdem!

Gerade jetzt, in einer Zeit, in der wir merken, wie katastrophal die Auswirkungen tatsächlich sind, wenn wir selbst die Handlung unseres Lebens bedeutender machen, als sie eigentlich ist und Herzenssehnsüchte nicht befriedigt werden, freue ich mich auf Weihnachten. Im Advent bereiten wir uns vor. Ankunft.
Aber ich sage dir was: Gott ist schon da! Und er schreibt eine gute Geschichte mit uns. Eine richtig gute!

Ich wünsche dir gesegnete Weihnachten und dass du mit mir deinen Platz in der großen Liebesgeschichte findest.
love,
Anni



Samstag, 12. November 2016

davincicode für dankbarkeit

Manchmal, wenn ich alleine zuhause bin und ich die Zeit nur totschlage, dann kriecht das hässliche Monster der Unzufriedenheit in mir hoch. Im Wort steckt es bereits: UN(...)FRIEDE(...). Genervt schleiche ich durch die Wohnung oder klicke mich durchs Internet, auf der Suche nach Nichts und dabei dann nichtmal erfolgreich. Das ist ermüdend und anstrengend. Und undankbar.
Gerade war es einmal wieder so weit, obwohl ich heute eigentlich einen guten Tag hatte. Aber ich habe etwas gefunden, was mich meinen Fokus wieder richtig ausrichten lässt: ich schreibe alles auf, wofür ich dankbar bin!
Ich schreibe regelmäßig und sehr gerne Tagebuch. Aber anstatt in meinen negativen Gefühlen zu baden richte ich mich auf Gott aus und danke ihm für all seine Geschenke an mich. Ich bin erstaunt, wie schnell ich heute meine Seite gefüllt hatte.
Ich hätte auch noch weiter machen können, aber ich war schon bei der Hälfte der Seite gut drauf! :) Das ist natürlich kein Allgemeinrezept, aber nicht umsonst gibt es weise Sprüche wie "Danken schützt vor Wanken" oder "Loben zieht nach Oben"... *lach*

Vor fast zwei Jahren habe ich Ann Voskamps Buch "1000 Geschenke" gelesen und ich kann es euch sehr ans Herz legen.
Im Wesentlichen schreibt sie darüber, wie sie näher an Gottes Herz kam, indem sie begann, auch im Leid zu danken. Sie hat eine sehr bewegende und krasse Geschichte und schreibt sehr poetisch und mitreißend.
Immer wieder stellt Ann den Bezug zum Abendmahl her, der Eucharistiefeier. Das Wort Eucharistie kommt vom griechischen eucharisteo. In diesem Wort verbirgt sich ein Geheimnis. Fast schon DaVinci Code mäßig.
Wie Ann das Wort erklärt, könnt ihr in diesem Interview nachlesen. Ich habe es euch hier auch auf Deutsch übersetzt & zusammengefasst (bitte Originalquelle beachten und Anns Buch kaufen :)... )
Das Wort eucharisteo kommt in den Einsetzungsworten für das Abendmahl vor, als Jesus für das Brot dankt. In dem griechischen Wort sind zwei Wortstämme beinhaltet: charis = Gnade und chara = Freude.
Jesus erkennt das Geschenk und die Gnade, die der Vater trotz allem mit ihm hat und dankt dafür. Aus diesem Danken entsteht eine tiefe Freude. Die Chara-Freude. Sie ist das absolute Gegenteil von Unzufriedenheit. Diese Chara-Freude finde ich nur am Abendmahltisch bei Jesus, im Danken.
Und wo könnte ein besserer Ort für uns sein?

Wofür bist du dankbar? Hast du Anns Buch auch schon gelesen? 
Love & eucharisteo!
Anni



Dienstag, 8. November 2016

Besuch bei unserem Compassion Patenkind in Uganda

Im Mai waren wir mit einer Gruppe verrückter Menschen für eine Woche in Uganda, um beim Muskathlon teilzunehmen. Fleißige Blogleser wissen das natürlich, alle anderen können hier mehr über den Muskathlon erfahren.
Am Bericht über den Tag 3 in Uganda habe ich euch das wichtigste und schönste Erlebnis vorenthalten: unser persönliches Highlight der gesamten Reise war der Besuch bei unserem Compassion Patenkind Dorcus.

Wer ein Patenkind bei Compassion hat, kann es jederzeit durch Briefe ermutigen. Darüber hinaus ist es für jeden Paten möglich, sein Patenkind zu besuchen. Da wir nicht nur Muskathleten, sondern auch Advokaten sind, will ich euch gerne über einen Besuch bei euren Patenkindern informieren :)
Die Landesbüros von Compassion arbeiten eng zusammen, um den Besuch gut zu planen. Auch bei uns wurde der Besuch von den Compassion Mitarbeitern in Uganda geplant. Wir waren zuerst mit einem Teil der Gruppe im Kinderzentrum, das Dorcus besucht. Nach einer kleinen Vorführung der Kinder lernten wir unser Patenmädchen kennen. Dorcus wurde im Oktober acht und ist eins von 6 Kindern der Familie.
Auf dem Bild oben seht ihr Tobias und mich mit Dorcus, als wir sie vom Kinderzentrum abgeholt haben und mit unserer Gruppe auf dem Weg zum Homevisit waren. Hier waren wir allerdings auf dem Weg zu einer anderen Familie. 
Mit dem Bus sind wir danach zu Dorcus Haus gefahren, einer Art Reihenhaus. Als die Kinder aus der Straße den Bus kommen sahen rannten alle sofort an die Straße, sie waren jedoch recht schüchtern, bis sie Dorcus entdeckt haben. Dorcus und ihre Familie sind nach unserem Besuch nun wohl sehr bekannt in der Gegend ;)
Als wir um das Haus herum gehen waren mehr Menschen als erwartet dort, unter anderem Dorcus Eltern Priscilla und Tom und 4 von 5 Geschwistern. Die Atmosphäre war ein bisschen angespannt und nervös aber freudig. Wir wurden ins Haus gebeten und durften auf dem Sofa Platz nehmen. Eine Compassion Mitarbeiterin hat uns die ganze Zeit begleitet, hat uns viel erklärt und für uns übersetzt. Außerdem hat sie den Kindern Sicherheit gegeben, da sie eine Bezugsperson ist.

Die Eltern wussetn genau, dass wir die Paten von Dorcus sind und dass wir kamen. Ich bin ein bisschen erstaunt darüber, weil wir im Voraus nicht wussten, dass wir unser Patenkind an diesem Tag treffen und sogar zu ihr nach Hause gehen können. Aber Priscilla hat sogar ein Geschenk für uns genäht, eine Stofftasche mit Innenfach und Reißverschluss. Der Papa Tom, der gutes Englisch spricht, erklärt uns, dass sie auch gerne unsere Namen einsticken wollte, aber sie war sich nicht sicher, was unsere Vornamen sind und was der Nachname ist :) Süße Geschichte, vor allem weil wir auch kleine Verwirrungen mit Dorcus Namen hatten :) Wir waren nämlich überzeugt, dass sie Mapendo heißt, das ist jedoch eher ein Spitzname. Dorcus ist ihr afrikanischer Name und der englische Name ist Tabitha.
Rechts im Bild oben seht ihr die Compassion Mitarbeiterin, außerdem Daniel von Compassion Deutschland (in der Mitte), den ihr in Ruanda nächsten Mai unterstützen könnt und der ganz wunderbare Bilder für uns gemacht hat! Vielen lieben Dank Daniel! 
Ja, und ihr seht, da stehen viiiiiele viiiiiiele Kinder, die sich auch einen Paten wünschen. Das ist deine Chance! :)


Die Familie von Dorcus

Am nächsten Tag haben wir Dorcus beim Kids Fun Day noch einmal getroffen! Das war so ein Geschenk für uns, dass wir sie zwei mal treffen konnten. Als die Kinder der verschiedenen Zentren auf dem großen Sportplatz ankamen, hat Dorcus sofort Tobias entdeckt und war dann am Anfang bei uns, bis die Spiele losgingen.
Nach dem Mittagessen war dann ein Zeitraum, wo viele Paten, die auf unserer Reise dabei waren, ihre Patenkinder treffen konnten. Im Versammlungsraum eines Kinderzentrums gegenüber dem Sportplatz waren Stühle vorbereitet, sodass man sich mit seinem Patenkind und einem Übersetzer zusammensetzen konnte.

Noch in Deutschland habe ich mich auf dieses Treffen vorbereitet und ein paar Kleinigkeiten gekauft, die wir nicht schicken können. Ihr seht sie auf diesem Bild rechts. Schulhefte, ein Notizbuch, Buntstifte in einem Mäppchen, ein Spitzer und ein Radiergummi, ein Taschenrechner, Armbändchen, eine kleine Tasche, die ich bemalt habe und ein Mitmachbibelbuch mit 2000 Stickern, Ausmalbildern und nur ganz kurzen (deutschen) Texten. (Das Buch hat nur 5€ gekostet! Und ich finde es ganz toll, kann es wirklich empfehlen)
Ich glaube das Buch war für Dorcus die größte Freude. Und wir hatten etwas, über das wir mit ihr in Kontakt kommen konnten, da wir uns ein paar Seiten gemeinsam angeschaut haben. Und was hatten wir für einen Spaß! :)

(Übrigens: die Haargummis hätte ich mir sparen können! :D In Uganda werden allen Schulkindern die Köpfe rasiert. Daran hatte ich im Voraus nicht gedacht)


Ein besonderes Geschenk sind unsere Freundschaftsarmbändchen, die meine Freundin Cora für uns gemacht hat. Mich würde so interessieren, ob Dorcus ihres noch trägt. Tobias hat seines keinen Tag abgelegt, seit wir bei Dorcus waren. Meins liegt momentan in meinem Schmuckkästchen, aber jetzt, nach diesem Bericht, will ich es unbedingt wieder tragen :)

So. Das war jetzt ein ziemlich langer Bericht, mal wieder... und er kommt nicht annähernd an die Emotionen heran, die wir dort im Mai erlebt haben... Aber vielleicht fragt ihr ja einfach noch nach, wenn ihr etwas noch genauer wissen wollt oder so :)
Ich habe auch eine Frage an euch:
Wer würde gerne mal sein Patenkind besuchen bzw. plant es tatsächlich schon? Bei Fragen dürft ihr euch natürlich sehr gerne an mich wenden :)
Love,
Anni

Freitag, 4. November 2016

#unterwegs in Bayern

Im September haben wir noch eine Woche Urlaub gemacht, bevor auch ich ins Arbeitsleben eingestiegen bin.
Wir konnten uns sehr lange nicht entscheiden, wohin es denn gehen soll und durchstöberten sämtliche Schnäppchenportale. Aber das schönste am Urlaub ist doch immer die viele Zeit, die man miteinander verbringt! Daher beschlossen wir, nicht noch mal zu fliegen, nachdem wir dieses Jahr schon in Uganda waren und stattdessen eine kleine Bayernrundtour zu machen. Wir haben gar nicht viel geplant und sind "einfach mal losgefahren".
Man könnte auch sagen wir haben "Seehopping" gemacht, denn wir arbeiteten uns von See zu See vor bis zum Königssee.
Ich möchte euch ein bisschen mitnehmen in die einzelnen Stationen. Die Nächte haben wir bis auf einmal alle im Zelt verbracht.

der erste Blick auf die Berge

Erster Stop: Forggensee
Die ersten zwei Nächte haben wir am Forggensee verbracht. So konnten wir erstmal ankommen und uns orientieren. Am Forggensee ist es wunderschön und der Campingplatz Seewang war auch toll und preiswert. Wir konnten direkt am Seeufer (das nicht direkt zum Campingplatz gehört, aber die Zeltwiese grenzt quasi direkt an) frühstücken, hatten herrliche Laufrouten am See entlang und sogar einen Blick auf Neuschwanstein. Der Campingplatz hat ein tolles Restaurant und ein neues großes Gebäude für die sanitären Anlagen ist gerade im Bau.
Füssen liegt am anderen Ende des Sees, hier haben wir am Sonntag die Freie evangelische Gemeinde besucht und sehr gut zu Mittag gegessen.
Am Montag haben wir schon früh alles zusammen gepackt und sind zum Schloss Neuschwanstein gefahren. Ich finde, da muss man mal gewesen sein :) Mir hat es jedenfalls sehr gut gefallen, auch die Führung. Ich habe aber gehört, dass die anderen Schlösser von Ludwig ebenfalls sehr schön und einen Ausflug wert sind und vielleicht nicht so überlaufen wie Neuschwanstein. Aber im Thronsaal konnte ich meinen Mund fast nicht wieder schließen, so erstaunt war ich über die Pracht!

Zweiter Stop: Zugspitze, Eibsee 
Vom Schloss Neuschwanstein aus sind wir nachmittags noch bis Grainau, den letzten Ort vor der Zugspitze gefahren. Direkt am Ortseingang von Grainau liegt ein schöner Campingplatz, der eine kleine Attraktion bietet: Schlafen im Eichenfass. Das haben wir uns natürlich nicht zwei mal sagen lassen und da tatsächlich noch ein Fass so kurzfristig frei war, haben wir es gebucht. Für 60€ pro Nacht natürlich viel teurer als im Zelt, dafür auch wärmer und mal etwas besonderes.


Nach einer entspannten Nacht im Eichenfass sind wir am Morgen zum Fuß der Zugspitze gefahren. Das Wetter war nicht ideal und wir waren auch nicht auf eine richtige alpine Wanderung eingestellt und beschlossen daher, nur um den Eibsee herum zu spazieren. Nach ein paar Metern sind wir zurück zum Auto um uns umzuziehen und dann um den See herum zu joggen. So waren wir dann doch etwas schneller und es war eine kleine Herausforderung und nicht nur ein Spaziergang :)
Hier haben wir besonders gemerkt, wie wir die Spontaneität genießen und wie toll es für uns war mit unserem Auto unterwegs zu sein und alles dabei zu haben, was wir brauchen.

Dritter Stop: Schliersee
Nach unserer Eibseelaufrunde mit anschließender Erfrischung im See sind wir an den Schliersee gefahren. In der Nähe haben wir Freunde zur Brotzeit (dt.: Abendessen ;)) besucht.
Die haben uns den Tipp gegeben, bei Café Dinzler in Irschenberg vorbei zu schauen. Und wir waren sehr begeistert. Es ist nicht nur ein Café sondern auch eine Schaurösterei, die ausschließlich mit fair bezahlten Kleinbauern zusammen arbeiten. Hier kann man einen ganzen (verregneten) Tag verbringen und an multimedialen Lernorten alles über den Kaffee, von der Kirsche über die Bohne bis in die Tasse lernen :) Und außerdem gibt es alles, was das Genießerherz begehrt an Ess- und Trinkbarem :)
Fast nebenan befindet sich ein FC Bayern München Fanshop. Natürlich musste mein Liebster da auch kurz rein :)


Am Schliersee haben wir wirklich direkt am Seeufer gezeltet, das war echt toll. Von dem Campingplatz war ich jetzt allerdings nicht sooo begeistert. Die sanitären Anlagen haben mich nicht überzeugt, es gibt keine Zeltwiese sondern man zeltet auf sandigem Boden und ab dem frühen Morgen fährt der Zug direkt am Campingplatz vorbei über unbeschrankte Bahnübergänge, einen Wecker braucht man also nicht.

Vierter Stop: Königsee
Auch am Königsee waren wir wieder sehr spontan. Wir hatten bereits Tickets für die Bootsfahrt gekauft, da haben wir entdeckt dass man auch ein Ruderboot mieten kann. Also haben wir unsere Tickets weiter verkauft und haben uns in die Riemen gelegt. Dadurch haben wir den Trompeter vom Touristenboot ungefähr 5x oder so gehört! Wir sind zwar nicht mal bis St. Trudpert gekommen, aber wir hatten dafür richtig viel Spaß (und auch eine Menge Muskelkater gratis dazu ;))

Auf dem Campingplatz Mühlleiten waren wir nur wenige Gehminuten vom Königsee entfernt und schliefen mit Blick auf den Watzmann. Hier wurden wir von allen Campingplätzen am freundlichsten empfangen und beraten. Die sanitären Anlagen waren hier dafür auch nicht so toll.
Für die kühleren Jahreszeiten gibt es aber auch ein wunderschönes Ferienhaus auf dem Campingplatz. 

Fünfter Stop: Therme Erding
Als Abschluss unseres Urlaubs haben wir uns nochmal richtig was gegönnt: einen Tag in der weltgrößten Therme in Erding. Ich kann nur eins sagen: es lohnt sich! Wir waren beide sehr begeistert, sowohl vom Innen- als auch vom Außenbereich. Hier kann man wirklich zu jeder Jahreszeit auf seine Kosten kommen, auch im Sommer, denn auch draußen gibt es tolle Rutschen und viele verschiedene Liegemöglichkeiten. Wir haben sogar einen Mittagsschlaf draußen in der Sonne gemacht, so schönes Wetter hatten wir. Die 26 Rutschen lassen aber eigentlich keine Zeit für Mittagsschläfchen und aus dem Wellenbad mit 2m hohen Wellen war ich nur schwer raus zu bekommen :)
Wir haben auf einem Bauernhof, dem Gersthof, gezeltet, was ich total genial fand! Nur eine Kuhweide trennte uns von der Therme, wir waren innerhalb von 5 Minuten dort. Auf dem Bauernhof kann man sehr günstig übernachten und es gibt einen tollen Strohspielplatz. Als wir ankamen, fand gerade ein Kindergeburtstag statt. Absolute Empfehlung, falls ihr in der Nähe wohnt :) Ich hab mich jedenfalls in den Hof verliebt ;)



Und weil wir einmal fast nach Erding gezogen wären (und weil mein Mann Fan von Erdinger Bier ist) haben wir uns auch das (wunderschöne) Städtchen ein bisschen angeschaut und waren im Weissbräuhaus essen.



Fast 1000km hatte unsere Tour! Wir haben ja auch den kompletten Süden Deutschlands abgefahren :)

Insgesamt hatten wir wirklich eine super Woche erwischt und obwohl wir es nicht vermutet haben konnten wir tatsächlich die ganze Zeit zelten, es war warm genug und hat nicht geregnet.

Auf dem Heimweg haben wir noch einen Zwischenstopp eingelegt und eine liebe Blog- und Instagramfreundin getroffen, Laura von Schwesterherz. Mit ihr waren wir in einem Biergarten und haben eine Mini Augsburg Tour gemacht! Ich hoffe wir sehen uns mal wieder, liebe Laura, ich erinnere mich immer noch sehr gern an unser Treffen, ist ja jetzt auch schon wieder ein bisschen her :)

Jetzt bitte Hände hoch, wer macht gerne Urlaub in Deutschland und welche schönen Ecken habt ihr dabei schon entdeckt?
Also ich gebe euch eine gaaaanz große Empfehlung für Camping im Allgäu! :)
Love,
Anni